62 zeitlichen Verzögerungen, so daß sich ELIS im Februar 1997 erst am Ende der ersten Projektphase, das heißt der Projektdefinition und der Entwicklung eines EDV-Prototyps befindet (ELIS 1997). Ähnliche, jedoch weniger institutionalisierte bilaterale Kooperationsformen sind auch zwischen den anderen Oberzentren des Saar-Lor-Lux-Raumes zu finden, so zum Beispiel zwischen Metz und Trier (Städtpartnerschaft, Schüleraustausch etc.) oder zwischen Nancy und Kaiserslautern (v.a. Kooperation der Technologiezentren) (PRÉFECTURE DE LA RÉGION LORRAINE 1994:100f.). Sie können als erste An- sätze einer Städtevemetzung auf regionaler Ebene gedeutet werden (s.u.). 3.3.4 Kooperation grenznaher Gemeinden in Saar-Lor-Lux Wie bereits angedeutet, stehen im Vordergrund dieser Untersuchung die lokale Ebene der grenzüber- schreitenden Kooperation und hier insbesondere die Aktivitäten der Grenz- bzw. grenznahen Gemein- den. Im Gegensatz zu der in der Einleitung erwähnten Arbeit von MATTAR (1983), der eine Gesamtbi- lanzierung der kommunalen Zusammenarbeit für den Raum Saarland-Westpfalz-Lothringen- Luxemburg-Trier unternahm, werden nachfolgend bewußt Schwerpunkte gesetzt, um im Rahmen aus- gewählter Fallbeispiele entsprechend tiefergreifend analysieren zu können. Einen aktuellen Überblick über die einzelnen Aktivitätsfelder der Kommunen entlang der Binnengrenzen des Saar-Lor-Lux- Raumes geben unter anderem MAT (1996), MOLL (1992) und insbesondere der von der PRÉFECTURE DE LA RÉGION LORRAINE (1994) herausgegebene „Bilan de la coopération transfrontalière“. Es ist fest- zustellen, daß sich in fast allen Grenzgemeinden entsprechende Aktivitäten entwickelt haben, die von „weichen“ Formen der Kooperation wie gemeinsamen Festen, sonstigen kulturellen Veranstaltungen und Vereinsaktivitäten bis hin zu „harten“ Projekten im Bereich Infrastrukturausbau (z.B. Brückenbauten), Ver- und Entsorgung (z.B. Betrieb gemeinsamer Kläranlagen) oder Wirtschaftsentwicklung (z.B. Ge- werbeflächenerschließung) reichen. In Anlehnung an MOLL (1992, s. Kap. 3.3.1) lassen sich sechs grenzüberschreitende Untereinheiten des Saar-Lor-Lux-Raumes ausmachen, die sich einerseits durch eine jeweils relativ homogene Raum- struktur auszeichnen, andererseits eine Vielzahl grenzüberschreitender Aktivitäten aufweisen. Im nach- stehenden „Arbeitsmodell Städtenetz Saar-Lor-Lux“ (Abb. 14) werden sie hypothetisch als lokale Städtenetze ausgewiesen. Es handelt sich im einzelnen um folgende Gebiete: • Eifel-Ardennen-Region im Bereich Arzfeld-Clervaux-St.-Vith Kooperation in den Bereichen Wirtschaftsentwicklung, Fremdenverkehr und Naturschutz; • • Belgisch-französisch-luxemburgisches Dreiländereck im Bereich des Pôle Européen de Développe- ment Longwy-Rodange-Athus (PED) Kooperation in den Bereichen Reaktivierung von Industriebrachen, Standort Werbung, Verkehr, Bil- dung und Siedlungsentwicklung; » Tal der Alzette im Bereich Audun-le-Tiche (F) und Esch-sur-Alzette (L) Kooperation in den Bereichen Reaktivierung von Industriebrachen, Schienenverkehr, Siedlungsent- wicklung; • Moseltal zwischen Thionville und Trier Kooperation in den Bereichen Tourismus, Naturschutz, Wirtschaftsförderung; • Grenzraum Moselle Est und südlicher Teil des saarländischen Verdichtungsraumes (Saar-Rosselle- Raum) Kooperation in den Bereichen Umweltschutz, Siedlungsentwicklung, Verkehr, Kultur, Bildung; • Städtedreieck Pirmasens-Zweibrücken-Bitche Kooperation in den Bereichen Bildung, Kultur, Standortwerbung.