Einleitung 11 Dazu melden sich dann die Hoffnungen, Wünsche, Befürchtungen, Dank- sagungen, Empfehlungen und Anpreisungen. Es drängen herzu die mannig- fachen Bitten, Ratschläge, Warnungen, Mahnungen, Erlaubnisse, Ver- sprechen und Einladungen. Im Gebiete der Willenssetzungen bieten sich uns weiter die Gedanken- gebilde der Absichten, Vorsätze, Entschlüsse, Willenserklärungen, Vor- schläge, Anträge, Beschlüsse, Projekte und Pläne dar. Und schließlich ist noch die große Gruppe der Gedankengebilde imperativen Charakters zu be- achten, in der wir die Aufrufe, Aufforderungen, Verordnungen, Vorschrif- ten, Verfügungen, Gebote, Verbote, Befehle und Gesetze unterscheiden. Stellen wir uns dieser Gedankenwelt in genügender innerer Distanz gegenüber, so daß wir die ganze Fülle der in ihr enthaltenen Gebilde über- blicken, so können wir zunächst leicht feststellen, daß es hier überall längere oder kürzere, einfachere und kompliziertere Gedanken gibt. Dann sehen wir unter ihnen klare und geordnete oder mehr oder minder unklare und wirre Gebilde. Wichtiger aber für eine Wissenschaft von den Gedanken ist die Feststellung, daß es unter den Gedanken vollständige, fertige, ganze, unver- stümmelte und andererseits unvollständige, unfertige, halbe und verstüm- melte Gedanken gibt. Denn dies deutet schon auf eine bestimmte Gesetz- mäßigkeit hin, nach welcher bestimmte Gedanken eine bestimmte Menge von Elementen in bestimmtem Aufbau enthalten müssen, wenn sie ganze Gedanken sein sollen. Wenn wir weiter erkennen, daß es neben den sinnvollen Gedanken auch sinnlose oder unsinnige Gedanken gibt, so offenbart sich darin wieder eine bestimmte Gesetzmäßigkeit, insofern nur bestimmte Gedankenelemente in bestimmtem Aufbau sinnvolle Gedanken ergeben können. Wir sehen weiter, daß bestimmte Gedanken, weil sie gerade diese bestimmte innere Zusammen- setzung haben, notwendig mit einem inneren Widerspruch geladen sind, wäh- rend andere auf Grund ihrer andersartigen Zusammensetzung innerlich widerspruchsfrei sind. Achten wir dann weiter auf die Zusammenhänge der Gedanken, so zeigt sich uns die merkwürdige und logisch wichtige Tatsache, daß die Gedanken, ganz gleichgültig, wie sie von irgendwelchen denkenden Wesen in einen Zusammenhang gebracht worden sind, an sich entweder in einem Zusammenhang stehen oder ganz zusammenhangslos sind, und daß manche Gedanken direkt miteinander in IViderspruch stehen. Besondere Her- vorhebung verdienen noch die Gültigkeits- und die Begründungszusammen- hänge, die ebenfalls gänzlich unabhängig davon sind, ob irgendein denken- des Subjekt bestimmte Gedanken in einen Gültigkeits- oder in einen Be-