292 Im Ganzen sind Teppiche und Girlanden im 15. Jahrhundert noch das Bestimmende. § 189 Feste des 16. Jahrhunderts Im 16. Jahrhundert wird zunächst ein außerordentliches Steigen des Aufwandes in der Festdekoration bemerklich. Es ist die Zeit, da Bau- meister, Bildhauer und Maler sich bei dieser Beschäftigung auf die Effekte im Großen einübten und Proben für die monumentale Kunst machten (§ jo und 60), freilich aber auch sich an alles Flüchtige und Grelle ge- wöhnten. Der Possesso Leos X. in Rom 1513, Relation des Giac. Penni, bei Roscoe, Leone X, ed. Bossi V, p. 205 ss. - Hauptthema der Allegorien mußte, da man den neuen Papst kannte, das zu erwartende Mäzenat sein; an dem Triumphbogen des Agostino Chigi hieß es, mit bezug auf das sittenlose Pontifikat Alexanders VI. und das kriegerische Ju- lius II.: Olim hahuit Cjpris sua tempora, tempora Mavors Olim hahuit, sua nunc tempora Pallas habet. Leos X. Einzug in Florenz 30. Novbr. 1515; zwei Relationen bei Roscoe, l. c. VI, p. 280 j\r.; - ferner Vasari VIII, p. 266 s., v. di A. del Sarto; IX, p. 219, v. di Granacci; X, p. 299, v. di Bandinelli; XI, p. 38, v. di Pontormo. Karls V. Empfang nach dem ersten afrikanischen Feldzug 1536 in Rom, Vasari VIII, p. 18 5 s., v. di Montelupo; X, p. 14, v. di Ant. San- gallo; XI,p. 317, v. diBatt. Franco; - in Siena, ib. X,p. 185 s., v. diBec- cafumi; Gaye, carteggio II, p. 245; Milanesi III, p. 167, 185; - in Flo- renz, Fetterepittoriche III, 12; Vasari X,p. 25 3, v. di Tribolo; XII, p. 27, v. di Montorsoli (vgl. auch p. 26); - in Bologna, ib. I, p. 4, in Vasaris eigenem Leben. Die Hochzeit Cosimos I. 1539; Vasari X, p. 269, v. di Tribolo; XI, p. 321, v. di Batt. Franco. Die Hauptbestandteile der frühem Dekoration, das Grün, die Teppiche und die lebenden Statuen nehmen bald völlig ihren Abschied. Das Klas- sisch-Architektonische bekommt das Übergewicht über das Freiphanta- stische. Das zwar späte, aber für das ganze 16. Jahrhundert bezeichnende Gutachten Borghinis 1565, Fettere pittoriche I, 5 6: »das einzig Wahre ist Holz und gemalte Leinwand, in Gestalt von Bogen, Fassaden und an- dern Baulichkeiten: das Grün und die Teppiche mögen allenfalls pas- sen bei scherzhaften Anlässen oder auch an Kirchenfesten; die leben- den, als Tugenden usw. kostümierten Figuren sind eine magra inven- yione; das Wünschbarste wäre freilich, etwas Dauerndes aus Stein