289 sucht hatte, ist nichts auf unsere Zeit gekommen; Vasari IV, A 70, v. di Lasgaro Vasari. Auch von der Fabrik in Modena, deren Tongeschirr im 15. Jahr- hundert Codrus Urceus in einem Gedichte feierte (dessen opera, p. 384, adLucam Ripam), ist nichts weiter bekannt; er selber besaß eine außer- ordentlich schöne Tonlampe. Für Glassachen aller Art waren längst die Fabriken von Murano bei Venedig berühmt, welche nicht nur alle Farben besaßen und alle Edel- steine nachahmten, sondern auch jedenfalls schon im 15. Jahrhundert Millefiori verfertigten; Sabellicus, de situ ven. urbisy L.III, fol. 92: brevi pila includere fiorum omnia genera. IX. Kapitel DEKORATIONEN DES AUGENBLICKES § 187 Feste und Festkünstler Dekorationen des Augenblickes, bei kirchlichen und weltlichen Festen und Zeremonien, hatten im 15. Jahrhundert den Charakter heiterer Pracht, wobei das reiche Formenspiel der damaligen baulichen Deko- rationen sich mit den buntesten Zutaten aller Art vertrug. Über die Feste im allgemeinen vgl. Bd. »Kultur der Renaissance« dieser Ausgabe, 273 ff. Die wichtigsten Schilderungen: PU II. comment. L. VIII, p. 382 ss., seine Feier des Fronleichnams- festes in Viterbo 1462; - Corio, storia di Milano, fol. 417 ss., der Empfang der Lionora von Aragon bei Kard. Pietro Riario in Rom 1473, vgl. § 182; - Ibid. fol. 451 ss., Krönung und Possesso (d. h. Zug vom Vatikan nach dem Lateran) Alexanders VI. 1492; - Phil. Beroaldi orationes fol. 27, Nuptiae Bentivolorum, d. h. die Hoch- zeit des Annibale Bentivoglio mit Lucrezia von Este (um 1490?). Die Kunst der Festdekoration ging wie das meiste der neuen Kul- turepoche hauptsächlich von Florenz aus; schon im 14. Jahrhundert reisten ftottnümscht festaiuoli in Italien herum (Gio. Villani VIII, 70), welche damals und auch in spätem Zeiten gewiß nicht bloß die Auf- führung, sondern auch die dazugehörenden Dekorationen angaben, in welchen ja, soweit sie Baulichkeiten vor stellten, die florentinische Kunst ohnehin dem übrigen Italien voraus war. - Außer Florenz muß na- mentlich Pistoja hierin etwas bedeutet haben, da für jenes Fronleich- namsfest zu Viterbo der Kardinal Niccolö Fortiguerra, der von Pistoja