287 Ferner ist das 16. Jahrhundert dasjenige der prachtvollsten Waffen, mochten dieselben auch zum Teil seltene oder gar keine wirkliche An- wendung finden. Letzteres gilt besonders von den silbernen Schilden, welche gewiß nicht einmal bei solchen Anlässen wirklich getragen wurden, bei wel- chen die prächtigsten Helme und Harnische zum Vorschein kamen. Die jetzt meist im Ausland (Madrid, Wien, Paris, London, St. Pe- tersburg) zerstreuten Rüstungen und Helme italienischer Arbeit ersten Ranges haben auf dem Stahl damaszierte oder von Gold und Silber eingelegte ornamentale und figurierte Zeichnungen. (Vasari XII,/». 80, v. di Salviati, bei Anlaß des Franc, dal Prato.) Bisweilen ist der Schmuck auch reliefiert, wie z. B. am Helm und Schild Franz I. in den Uffizien, angeblich von Benvenuto. Auch ein Schild in der Armeria von Turin ihm zugeschrieben. Prachtvolle Dolchscheiden, originell aus Figuren und Laubwerk kombinierte Degengriffe finden sich hie und da. Die weite Zerstreuung dieser Schätze ist ihrer kunstgeschichtlichen Betrachtung nicht günstig. Zu den feierlichem Geräten des vornehmen Lebens gehörten auch die meist silbernen Siegel. Zunächst vertauschte Paul II. den barbarisch ehrwürdigen Typus des Bullensiegels mit einem schönem, artificiosiori sculptura; Vitae Papar., Murat. III, II, Col. ioi i. Viel prächtiger waren aber von jeher tausend andere Siegel. Abgesehen von ihrem Gepräge, das z. B. bei den mandelförmigen Kardinalssiegeln schon im 15. Jahr- hundert oft sehr reich war und die Heiligen ihrer Titularkirchen, ja Ereignisse aus deren Legenden dar stellte, war bisweilen der Griff höchst elegant. Schon Ghiberti (Commentarii, p. XXXIII) faßte eine antike Gemme als Siegel so, daß der goldene Griff einen Drachen in Epheu- laub darstellte, und auch Benvenuto gestaltete den Griff des Siegels gerne als Tier oder Figurine, z. B. am goldenen Siegel des Kardinals Ercole Gonzaga als sitzenden Herkules; Benv. Cellini, trattato I, c. 6. Vielleicht die bedeutendste vorherrschend dekorative Arbeit dieses ganzen Stiles, die jetzt noch in Italien vorhanden ist: das farnesische Kästchen, von Gio. de’ Bernardi, im Museum von Neapel; von Metall mit Eckfiguren, Reliefs und sechs ovalen Glaschliffen; der Deckel mit der Figurine eines ruhenden Herkules zwischen den Hälften eines ge- brochenen Giebels. § 186 Majoliken und andere irdene Gefäße Die künstlerische Behandlung der Gefäße aus Erde und Glas hat seit dem Altertum nie und nicht wieder so hoch gestanden als zur Zeit der Renaissance. Die erste Stelle nahmen die Majoliken ein mit ihrer Glasur in einer beschränkter Anzahl von Farben.