285 vita di Raf. ed. Longhena, p. 327, TV./ - Michelangelo gab noch 1537 die Zeichnung zu einem silbernen Salzfaß für den Herzog von Urbino, mit Tieren, Festons, Masken und einer Figur auf dem Deckel; Va- sari XII,p. 385, im Komment, zu v. di Michelangelo. - Peruginos Nave, § 182. - Die gerühmten Entwürfe des Girolamo Genga für Trink- geschirre gerieten nicht weiter als bis zum Wachsmodell; Vasari XI, p. 90, v. di Genga. § 184 Gefäße aus Stein und Kristall Als ein wesentlich neues Thema erscheinen die Gefäße aus harten und kostbaren Steinen1 und geschliffenem Kristall, deren Fuß, Henkel, Rand, Deckelgriff usw. die zierlichsten Phantasieformen aus Gold, Email und Edelsteinen erhielten. Wie früh man überhaupt die harten Achate, Jaspen, Lapislazuli usw. in beliebige Formen schliff, wird schwer zu sagen sein; jedenfalls stand das Mittelalter hierin weit hinter dem Altertum zurück, und wiederum in Italien die Frührenaissance hinter der Hochrenaissance. Statt des Büfetts der Fürsten und Großen tritt nun das Kabinett des reichen Liebhabers in den Vordergrund, wo die Vasen aus harten Stei- nen mit kostbarer Fassung die erste Stelle einnehmen. Der Zusammenklang der geschwungenen Formen und der Farbe des Steines mit der Einfassung ist nun eines der höchsten Ziele der dekorativen Kunst. In der Einfassung selbst wechseln zweierlei Darstellungsweisen, flaches Email auf Gold oder Silber, und reliefierte und emallierte Zier- formen um die Edelsteine. An Fuß und Henkel menschliche und tie- rische Masken, Drachen, Meerwunder, auch menschliche Figuren ver- schiedener Art. In der Farbenzusammenstellung ist die Buntheit des Mittelalters jetzt völlig gewichen, der ganze Schmuck wird sorgfältig zu der Farbe des Gefäßes gestimmt. Die Ökonomie der Kontraste zwischen Email und Relief, Email und Metall, Glänzend und Matt ist schon eine vollkom- mene. An den Kristallgefäßen mit eingeschliffenen Ornamenten und Histo- rien ist die Einfassung auffallend zart und zierlich. Die wichtigste Sammlung soll noch immer der Tesoro im Pal. Pitti zu Florenz (mit echten Arbeiten Benvenutos) sein, welcher dem Ver- fasser unzugänglich geblieben ist. Anderes in den Uffizien, wo sich das 1 In neuster Zeit hat Brunn (Sitzungsberichte der Königl. Akademie der Wissenschaften in München, 1875, Bd. L,Heft 3) mit sehr starken Gründen so- wohl das Onyxgefäß von Braunschweig, als auch die farnesische Onyxschale des Museums von Neapel der Kunst der Renaissance zugewiesen.