282 Uffizien). Erhalten ist indes aus dem 15. Jahrhundert sehr wenig; z. B. die silberne cassetta für das Gewand S. Bernardinos, letzte Arbeit des Gio. Turini (1448) mit Zutaten eines gew. Francesco d’Antonio (1460), welche noch in der Osservanza zu Siena vorhanden ist; Vasari V,p. 108, im Komment, zu v.di Pollajuolo; Milanesi II, p. 314. - (Beiläufig mag ein artiges Motiv aus dem vorhergehenden Jahrhundert, silberne Fi- guren von Heiligen, welche Kästchen mit den Reliquien derselben in den Händen tragen, ibid. I, p. 289, zum Jahr 1381, erwähnt werden.) Uber die verschiedenen päpstlichen Tiaren Vitae Papar. ap. Murat. III, II, Col. 887 und 1009: die berühmte Pauls II., von dem römischen Goldschmied Paolo Giordano; - Jac. Volaterran. ap. Murat. XXIII, Col. 195: diejenige Sixtus IV., durch ihre Juwelen höchst ausgezeich- net. - Vasari V, p. 140, v. di Verrocchio: dessen (nicht mehr vorhan- dene) Agraffen für bischöfliche Meßgewänder. - Die Schätze der päpst- lichen Sakristei, unter Julius II. noch durch eine neue Reihe von sil- bervergoldeten Aposteln bereichert, oberflächlich verzeichnet bei Al- bertini, de mirabilibus urbis Romae, L. III,/0/. 86. § 182 Weltliche Arbeiten der Frührenaissance Unter den weltlichen Aufgaben der Goldschmiedekunst des 15. Jahr- hunderts mögen einzelne Becken und Schalen zum Gebrauch bei Ab- stimmungen verschiedener Art, auch Becken zum Händewaschen in öffentlichen Palästen einen hohen Rang eingenommen haben. Pollajuolos großes silbernes Becken für die Signoria von Florenz 1473; die Bestellung, Gaye, carteggio I, p. 571; - eine silbervergoldete Glocke ebenda. - Das Handwaschbecken für den Staatspalast zu Siena 1437, mit 4 Emailwappen, die Bestellung Milanesi II, p. 174; - die Schale (zum Trinken?) für die Gesellschaft der Mercanzia 1475, mit Laubwerk und kannelierten Vertiefungen, ibid. p. 355.- Vielleicht ge- hörten hi eher auch die zwei schönen großen Schalen Verrocchios, die eine mit Tieren und Laubwerk, die andere mit tanzenden Kindern, Vasari V,p. 140, v. di Verrocchio. - Die ganz großen silbervergoldeten Vasen, welche Paul II. u. a. für »feierliche Gastmähler« machen ließ und deren zwei (zusammen?) 118 Pfund wogen, müssen Kühlgeschirre gewesen sein; Vitae Papar. ap. Mur. III, II, Col. 1009. In Perugia gab es für die solennen Gastmähler des Magistrats eine silberne Nave, welche entweder als Tischaufsatz oder als rollbarer Weinbehälter zu denken ist. Schon 1449 wurde eine Nave bestellt, 1489 eine (vielleicht eben diese) an einen Nepoten Alexanders VI. geschenkt, und 1512 eine neue, nach Peruginos prachtvoller Zeichnung bei dem Goldschmied Mariotto Anastagi bestellt; mit 4 Rädern, 2 Pferden (oder Seepferden?) und 19 Figuren, worunter eine Fortuna als Segelhalterin, ein Steuermann, der Stadtpatron S. Ercolano und viele Putten erwähnt