279 späten Zeit sein mag. Nächst diesem, obwohl erst aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts, das Gewölbe der Vorhalle von S. Peter, von Carlo Maderna. Menge von einzelnen Prachtkapellen, zumal in Rom, seit etwa 1560; die Gewölbe um soviel derber und bunter als der Stil der Altar- und Wandgemälde naturalistischer, ihr vorherrschender Ton dunkler wird. Um 1587 war ein Räsonnement möglich wie das des Armenini (de' veriprecetti della pittura, p. 193): die Alten seien auf die Idee der Grot- tesken gekommen durch den Anblick zufälliger Mauerflecke, daher sei diese Gattung ohne alle Regel und voll von jeglicher Freiheit; allerdings (p. 195) seien sie jetzt nach kurzer Blüte rasch heruntergekommen, weil man den Ignoranten gefallen wolle, percioche le si dipingono crude, confuse et piene di sciocchi inven^ioni, per li molti campi troppo carichi di bei colori che sono fuor di misura etc. (Woher soll aber Maß und Schönheit kommen, wenn man einen bloß zufälligen Ursprung zugibt und nicht ahnt, daß die antiken Dekorationen von verzierten Bauformen abgeleitet sind? Schon aus Vitruv VII, 5 wäre etwas anderes zu lernen gewesen.) In Venedig und Neapel siegten inzwischen vollständig die Flach- decken mit großen Einteilungen für Gemälde (§ 15 9)- VIII. Kapitel GOLDSCHMIEDEARBEIT UND GEFÄSSE § 180 Allgemeine Stellung dieser Kunst Die Goldschmiedekunst der Renaissance aus den vielen Nachrichten und wenigen und unzugänglichen Überresten für die Betrachtung eini- germaßen vollständig herzustellen, ist uns umnöglich. Die Aufgaben bleiben meist dieselben wie zur gotischen Zeit, in den Nachrichten aber wird auf die große Stilveränderung kaum hingewiesen. Was für die Welt verlorengegangen durch spätem Raub und durch Einschmelzung (vgl. z. B. Varchi, stor.fior. IV, 89), läßt sich ahnen, wenn man erwägt, daß Brunellesco, Ghiberti, L. della Robbia, Maso- lino, Pollajuolo, Verrochio, Finiguerra, Domenico Ghirlandajo, San- dro Botticelli, Andrea del Sarto u. a. teils als Goldschmiede begannen, teils es blieben. Die Goldschmiede waren in den wichtigem Kunst- orten ein großes Gewerbe von erstem Rang. Die Statuten derjenigen von Siena 1361 bei Milanesi I,p. 57 und bei Gaye, carteggio I, p. 1 zei- gen dies deutlich. Florenz hatte um das Jahr 1478 zwar nur 44 bot- teghe d’orefici, argentieri, gioiellieri (Fabroni, Laurent, magn. Adnot. 200), aber es waren darunter mehrere der angesehensten Künstler der Stadt.