2Ö6 Von namhaften Meistern werden angeführt: Gio. da Udine, Fries von Kindern, Löwen, Wappen usw. über einer als Scheininkrustation gegebenen Wandbemalung, nicht mehr vorhanden. Vasari XI, p. 305, v. di Udine; - Pordenones Fries von Kindern mit einer Barke, im Pal. Doria (zu Genua?); - Battista del Moro, Friese mit Schlachten in Pal. Canossa zu Verona, Vasari IX, p. 185, v. di Fra Giocondo; - Perin del Vaga, Fries mit weiblichen Figuren bei Gianettino Doria zu Genua, ibid. X, p. 161, v. di Perino; - Dan. da Volterras Friese im Pal. Farnese zu Rom, ibid. XII, p. 90, v. di Ricciarelli. - Zu Schnellprodukten werden solche Friese dann mit Taddeo Zucchero, ibid. XII, p. 107, 112, 118, v. di T. Zucchero. Erst aus noch späterer Zeit (1587) die Theorie dieser Friese bei Armenini, de’ veriprecetti etc.,p. 185: ihre Höhe solle zwischen ein Fünf- tel und ein Sechstel des Gemaches betragen, Architrav und Sims ein- gerechnet ; der Inhalt pedantisch vorgeschrieben usw. Die Wand unter den Friesen, eigentlich für Arazzen bestimmt, erhielt doch (Genua aus- genommen, wo sie bis auf den marmorierten Sockel weiß blieb) eine Art von Dekoration, gewiß noch sehr schön (Arabesken) bei Perin del Vaga (Engelsburg), sonst aber z. B. in der Lombardei nur eine ober- flächlich gemalte Scheinarchitektur von Säulen, Inkrustationen und grünen Festons. - Ibid. p. 197 über die Friese in Gartensalons. Bisweilen bemalte man die Wände mit Scheinteppichen, a damaschi, wie in der Sixtinischen Kapelle, und wie Julius II. (Gaye II, p. 488) es anzuordnen drohte, wenn ihm seine Maler in den vatikanischen Sälen nicht Genüge leisten würden. Aber auch in solche Scheinteppiche wur- den bisweilen wieder Historien hineingemalt; Lomazzo, /. c.,p. 317. Skulpierte Friese, wie z. B. der aus Waffen und Trophäen bestehende im Pal. von Urbino (jetzt nicht mehr an Ort und Stelle, sondern beson- ders aufgestellt) blieben natürlich eine seltene Ausnahme; Vasari IV, p. 206 und Nota, v. di Franc, di Giorgio; - noch ein Beispiel: im Pal. del Te zu Mantua ein Fries aus Stukko mit römischen Soldatenszenen nach der Trajanssäule, Armenini,p. 185. Die Malereien über den Kaminen (§ 146) haben öfter irgendeine ungezwungene Beziehung auf das Feuer, z. B. die Werkstatt des Vulkan mit Venus, Vasari X, p. 107, v. di Giulio Romano, - die Friedensgöttin, Waffen verbrennend, ibid. p. 146, v. di Perino, - »cose ignee«, wie Arme- nini, l. c., p. 201, wünscht. - Auch bezuglose Ölgemälde, denen man einen Ehrenplatz gönnte, kamen wohl über das Kamin zu stehen; Vasari XI, p. 229, v. di Garofalo. - Kaminfresken in Frankreich, ibid. XII,p. 72, v. di Salviati. Neben jenen flüchtig gemalten Scheinarchitekturen, von welchen Lomazzo spricht, gab es doch schon seit Anfang des 16. Jahrhunderts bessere, von Meistern, welche imstande waren, eine gewisse Illusion in reichen Bauformen hervorzubringen. Was von Peruzzi in dieser Weise Gemaltes noch vorhanden ist, weiß ich nicht anzugeben. Im Speisesaal von Giovios Villa (Paul. Jov. Musei descriptio) war eine Scheinhalle sehr