252 Die Bemalung setzt natürlich größere und freiere Einteilungen oder Felder voraus als die bloße Dekoration. Auch wird schon zur Vermei- dung des Schatten wurfes der Begriff des Balkens preisgegeben und eine freie, oft prächtig profilierte und verzierte Einfassung vorgezogen. - Ihr Beginn hauptsächlich in Venedig, aber merkwürdigerweise meist durch Nichtvenezianer; - die (ehemalige) Decke der Sala de’ Pregadi im Dogenpalast mit zwölf Tugenden in Untensicht; Vasari IX, p. 37 und Nota, v. di Pordenone; - Decken im Pal. des Patriarchen Grimani; Vasari XI, p. 94, v. di Genga, und XII, p. 58, v. di Salviati; - in einem Pal. Cornaro, ibid. XI, p. 125, v. di Sanmicheli (Deckenbilder Vasaris selbst); - in einem Refektorium und noch in einem Saal des Dogen- palastes, ibid. XII, p. 82, v. di Salviati (Bilder von Giuseppe Porta). Erst mit Paolo Veronese (Vasari XI, p. 135 r., v. di Sanmicheli) und mit Tintoretto nehmen sich die Venezianer selbst eifriger des Soffitten- malens an; Tizians Deckenbilder (jetzt) in der Sakristei der Salute sol- len allerdings laut Sansovino, Venezia,fol. 83 »in der ersten Kraft sei- ner Jugend« gemalt sein, gehören aber, wie mir scheint, zu den Ar- beiten seiner mittlern oder spätem Zeit. Noch ein Soffitto von ihm, ib.fol. 100. Vasaris lastende erzählende Deckenbilder im großen Saal des Pal. vecchio zu Florenz, auf Befehl Cosimo I., Vasari I, p. 46 in seinem eigenen Leben. - Die Flachdecken aller Kirchen von Neapel mit Ge- mälden bedeckt. Von der gemalten Flachdecke in S. M. dell’ Orto zu Venedig, wel- che vielleicht die frühste, mit fingierter und zwar sehr täuschender Prachthalle war, scheinbar mit gedoppelten gewundenen Säulen, ist nur noch die überschwengliche Beschreibung bei Sansovino, Venezia, fol. 39 und bei Vasari XI, p. 267, v. di Garofalo, vorhanden. Dieselben Meister, Cristoforo und Stefano von Brescia, malten noch mehreres der Art. - Natürlich boten gewölbte Decken diesem Kunstzweig einen ganz andern Spielraum dar. - Vgl. Bramantes Scheinhallen, § 83. - V. Kapitel FUSSBÖDEN, KALLIGRAPHIE § 160 Der Fußboden in harten Steinen, Marmor und Backstein Die monumentale Behandlung der Fußböden, hauptsächlich in Kir- chen, eignet sich die Mittel des Altertums und des Mittelalters auf origi- nelle und neue Weise an. In der Nähe der Päpste und in einzelnen besonders prächtigen Ka- pellen dauert dasjenige rein lineare Mosaik aus harten Steinen, beson-