232 Luxus des 15. Jahrhunderts, zumal in reichen Städten Oberitaliens, tat das Übrige. In der Cap. Zeno zu S. Marco in Venedig Altar und Grab von Erz; Bronzereliefs und ganze bronzene Wandgräber usw. in Pa- dua, von Donatello, Vellano, Riccio; vgl. auch § 141. Man nimmt so- gar an, daß Donatellos zerstreute Bronzewerke im Santo zu Padua Einen großen Hochaltar hätten schmücken sollen. - Die Beschreibung eines großen bronzenen vergoldeten Prachtaltars mit silbernen Figu- ren, 1521 bis 1526, in S. Maria della Misericordia zu Bergamo, im Anó- nimo di Morelli (jetzt verschwunden; laut Vasari VII, p. izj, Nota, v. di Bramante, hätte man das leuchtende Metall gewählt, weil der betref- fende Chor dunkel war). - In Rom sind einige Papstgräber aus Erz: dasjenige Martins V. von Filarete, Sixtus IV. und Innocenz VIII. von Ant. Pollajuolo (§ 141). Doch sind Werke dieser Art, wo das Erz wesentlich den Formen der Marmordekoration folgen muß, bei aller Zierlichkeit nicht das Ent- scheidende. § 148 Pforten und Gitter Dem Erz ursprünglich eigen sind feierliche Pforten und Gitter. In be- treff der erstem folgt die Renaissance nur einem Brauch, welchen das ganze Mittelalter festgehalten hatte. An den beiden berühmten Pforten Ghibertis (S. Giovanni in Florenz) herrscht durchaus, was die Türflügel betrifft, die Skulptur. Dagegen sind die Außenseiten der Pfosten und der Oberschwellen an denselben, sowie auch an der dritten Pforte (mit den Flügeln von Andrea Pisano, die er ebenfalls durch neue ersetzen sollte) hochwichtig als vielleicht frühste Beispiele der mehr naturalistischen Arabeske, des Laubge- windes (§ 134). Und zwar ist es hier speziell eine verklärte Darstellung der bei Kirchenfesten um die Pforten gelegten, unten in Gefäßen ste- henden Stangen, an welche Laub, Blumen und Früchte angebunden werden. An der dritten Tür geht der Naturalismus schon beinahe über die erlaubten Grenzen. Die Türflügel von S. Peter, gegossen 1439-1447 von Filarete und Donatellos Bruder Simone, sind in ihren dekorativen Bestandteilen noch ziemlich unfrei. - Donatellos kleine Türflügel in der Sakristei von S. Lorenzo in Florenz sind nur durch ihre höchst lebendigen Heiligenfiguren bedeutend. Auch an den ehernen Türen des Jacopo Sansovino im Chor von S. Marco zu Venedig und des Guglielmo Monaco am Triumphbogen des Alfons in Castello nuovo zu Neapel herrscht durchaus das Relief über die Dekoration vor. - Anfang des Barockstils an den Pforten des Domes zu Pisa, von Gio. da Bologna. - Älter, aber nicht bedeu- tend, die ehernen Türen der Krypta des Domes von Neapel.