227 Nicht mehr vorhanden: der als zierliches Werk gerühmte Marmor- brunnen des Antonio Rossellino im zweiten Hof des Pal. Medici, mit Putten (offenbar in Freiskulptur), welche Delphinen den Rachen zum Speien aufsperrten (Vasari IX, p. 217, v. di Ant. Rossellino). Ebenfalls florentinisch und von bester Arbeit: im Southkensington- Museum die köstliche Terrakottagruppe zweier Putten mit einem Del- phin, Modell für einen Brunnenschmuck. Von Lorenzo magnifico bei Verrocchio für einen Brunnen in Careggi bestellt und erst später nach Florenz in den Hof des Signorenpalastes gesetzt: der springende Putte mit dem speienden Delphin, in Erz (Va- sari V,p. 144, v. di Verrocchio). Florentinische Brunnenkunst in der Ferne: Giuliano da Majano (laut nicht mehr sehr deutlicher Aussage bei Vasari IV, p. 346) baut in Nea- pel das königliche Lusthaus Poggio reale »mit den schönen Brunnen und Leitungen, welche sich im Hofe befinden. Und für die Stadt und die Häuser der Edelleute und für die Plätze lieferte er Zeichnungen zu vielen Brunnen, mit schönen und originellen (capricciose) Erfindungen«. Auf Bestellung des Königs Matthias von Ungarn (f 1490) ein Brun- nen in Florenz gearbeitet; laut Poliziano: Tusca manus, Tuscum marmor, Rex Ungarns auctor, Aureus hoc Ister surgere fonte velit. Zu Ferrara im Palastgarten des Herzogs Ercole I. ein Brunnen (von florentinischer Arbeit ?), oben eine Hydra mit sieben, reichliches Was- ser spendenden Köpfen, unten eine reich skulpierte Marmorschale. - Auf der Piazza daselbst ein Marmorbrunnen, dessen Leitung wenig- stens vielen Aufwand und Änderungen nötig machte (1481-1492). Relativer Stillstand im ganzen mediceischen Bauwesen seit der ersten Vertreibung des Hauses 1494 bis auf die gesicherte Regierungszeit des 1537 emporgekommenen Herzogs Cosimo I. Doch arbeitete noch 1515 Giov. Francesco Rustici als Brunnenfigur wiederum für einen Hof des Palazzo Medici einen kleinen ehernen Merkur, welcher dem späteren, berühmten des Giov. Bologna sehr ähnlich gewesen sein mag, schwe- bend über einer Kugel; die Wasserleitung, welche durch die Figur auf- wärts ging, brachte dann, sei es diese selbst, sei es nur ein Werkzeug in ihrer Hand zu einer drehenden Bewegung. (Worüber unklar Vasari XII, p. 3, v. di Rustici. Vermutlich war auch die pag. 8 erwähnte eherne »Grazie«, welche sich die Brust drückte, eine Brunnenfigur.) In Rom beginnt der tatsächliche größere Wasseraufwand mit Six- tus IV. (1472-1484) durch spätere Speisung und Reinigung der antiken Aqua Virgo, nachdem schon Nikolaus V. (durch die Florentiner L. B. Alberti und Bernardo ?) damit einen Anfang gemacht und auf Piazza di Trevi einen Marmorbrunnen mit dem mäßigen Schmuck eines päpstlichen und eines Stadtwappens errichtet hatte. Vor St. Peter entstand spätestens unter Innozenz VIII. ein großer springender Brunnen von zwei Schalen, mit Bildwerk (lapidibus mar-