226 günstig, sowie auch die lebendigere Tierbildung. Der sehr frei aufgefaßte sogenannte Delphin wurde ein Symbol alles Wasserlebens, und aus dem Menschenleben kam hinzu der von der Renaissance neu geschaffene Putto, das nackte Kind. Einstweilen ist jedoch kaum ein Brunnen des 15. Jahrhunderts in seinem vollen Zusammenhang erhalten, und der Nachweis von Ab- bildungen aus Andachtsbildern, Fresken und Miniaturen bliebe sehr erwünscht. Für die Hydraulik zahlreiche Angaben und Vorschriften im zehn- ten Buche des L. B. Alberti de arte aedificatoria. Er verlangt auf einmal sehr viel Zierwasser, so schon im neunten Buche für die Gärten »an vielen Orten und unerwartet springende Wässerlein, praerumpant aquulae« (womit wohl bereits die sog. Vexierwasser gemeint sind). Als Bauratgeber des Papstes Nikolaus V. neben Bernardo (vermutlich B. Rossellino) bei dem großen geplanten vatikanischen Neubau (§ 115) mag er auch das reichliche Wasserprogramm für einen Garten und zwei Höfe verantworten, »zum Brauch und zur Schau«, wie es die umgebenden »Höhen« (vertex montis) schwerlich würden geliefert haben. Der erste im Geist des 15. Jahrh. geschmückte Brunnen (1409 bis 1419) war die Fonte Gaja zu Siena, noch ein Stadtbrunnen, schon 1343 als Tiefbecken angelegt; sie erhielt jetzt einen Mauerrand aus Marmor mit heiligen und allegorischen Reliefs an den Innenseiten; auf der Brust- wehr in Freiskulptur zwei (ehemals vier?) Mütter mit je zwei Kindern, sowie auch Löwen und wasserspeiende Wölfinnen (das Wahrzeichen der Stadt), auf welchen Putten ritten; wichtige Schöpfungen des Jacopo della Quercia (Vasari III,/. 26, 27 und Noten v. di Quer cid). Die Reste jetzt im Museum; moderne Wiederholung nur der Reliefs an Ort und Stelle. Für Cosimo Medici führte dann Michelozzo Leitungen nach den Landsitzen Cafaggiuolo und Careggi und in Assisi diejenige von der Höhe nach S. Maria degli Angeli hin, wo sich eine »schöne und reiche« Brunnenhalle erhob (Vasari III,/. 2Bo, 281, v. di Michelo^go). In solcher Umgebung wird auch diejenige figürliche Ausstattung entstanden sein, welche auf das übrige Italien Eindruck machte. - Wahrscheinlich von Donatello das meisterlich frei behandelte Marmorbecken der Sakristei von S. Lorenzo in Florenz; für die Medici arbeitete er ein bewundertes Granitgefäß mit Wasserstrahl, und ein anderes der Art für den Garten der Pazzi, welches noch vorhanden sein soll. Außerdem aber ist in neuerer Zeit (durch Bode) seine eherne Gruppe der Judith und Holo- fernes (Loggia de’ Lan^i) als ehemalige Brunnengruppe des Pal. Medici erkannt worden; das Wasser quoll aus den Ecken des Weinschlauches und aus den Masken am dreiseitigen Sitz, dessen Reliefs spielender Putten Trunk und Trunkenheit parodieren. (Wahrscheinlich bald nach 1440).