189 Gartenmauern zwischen dem Grün eine große, und wie man wohl bald gefühlt haben wird, elegische Wirkung; auch an den Gartenfronten der Villengebäude wurden römische Reliefs oft in Menge angebracht. Sodann gewann man den baulichen Ruinen nicht nur ihre poetische Schönheit ab, sondern ahmte sie in Gärten nach. Ohne Zweifel gaben hiezu römische Gärten den Anlaß, welche in echten Ruinen angelegt waren. Poggio im Dialog de nobilitate, den er vor 1440 verlegt (Poggii opera ed. Argentin.fol. 25) läßt sich noch damit ausspotten, daß er sein Gärt- lein (zu Terranuova bei Florenz) mit kleinen und fragmentarischen Marmorresten ausgeschmückt habe, um durch die Neuheit der Sache einigen Ruhm bei der Nachwelt zu gewinnen. - Der kleine, mit An- tiken damals ganz angefüllte Garten des Pal. Medici (Riccardi), die Stätte der Studien des Michelangelo, Vasari VII,/). 203, v. di Torrigiano. Anwendung im Großen: an der Gartenseite des Pal. della Valle zu Rom, eine ganze Fassade voller Reliefs und bunt zusammengesetzter Skulpturfragmente, auch Statuen in Nischen, Vasari VIII,/). 2x3, v. di Loren^etto, zur Zeit Raffaels. - Ebendamals in Rom das giardinetto des Erzbischofs von Zypern »mit schönen Statuen und anderen Alter- tümern«, darunter ein Bacchus, Vasari X, p. 145, v. di Perino, welcher an den Wänden bacchische Szenen malte; vgl. § 128. - Guilio Romano brachte seine Antiken lieber im Hause selber an, Vasari X,/>. 109, v. di Giulio. Statuen wurden auch in besondern Lauben aufgestellt, welchen man die Form von Tempeln usw. gab. Als glücklicher Erfinder der für das emporwachsende Grün besonders geeigneten Holzgerüste war gegen 1550 Girolamo da Carpi berühmt, der den quirinalischen Garten des Kardinals von Este (zugleich Gründers der Villa d’Este zu Tivoli) da- mit versah. Vasari XI,/>. 238, v. di Garofalo. Über die Ruinensentimentalilät vgl. Bd. »Kultur der Renaissance« dieser Ausg., S. 126. Die erste ideale Ruinenansicht mit Beschreibung bei Polifilo, im Auszug aber ohne das Bild bei Temanza p. 12; Trümmer mächtiger Gewölbe und Kolonnaden, durchwachsen von alten Plata- nen, Lorbeern und Zypressen nebst wildem Buschwerk. Vgl. die Pa- lastruinen in den Bildern des 15. Jahrhunderts von der Anbetung des Christuskindes. - Bloße Landschaften mit Ruinen, Vasari XI,/). 31, v. di Gio. da Udine. Die erste bedeutende künstliche Ruine im Park (barchetto) bei der Residenz zu Pesaro: ein Haus, welches eine Ruine sehr schön vorstellte, darin eine treffliche Wendeltreppe ähnlich der vatikanischen (des Bra- mante); Vasari XI,/>. 90, v. di Genga (um 1528?). Der Ausdruck schwankt bisweilen zwischen dem Ruinenhaften, dem Grottenhaften und der anderweitig längst ausgebildeten Rustica. Ein Bild dieser Konfusion in dem Briefe des Annibale Caro 1538 Lettere pittoriche V, 91, wo wahrscheinlich von den farnesischen Gär-