186 § 122 Bäder In den Villen gewannen auch die Vorrichtungen zum Baden hie und da eine künstlerische Gestalt. Dahin gehört wohl die stufa in der Villa Lante zu Rom, Vasari X, p. 97, v. di Giulio Romano, mit den Fresken der Liebschaften der Götter. Der jüngere Sangallo entwarf für Kardinal Marcello Cervini, spätem Papst Marcellus II. (§ 29) einen Plan für ein Bad antiker Art, mit frigi- darium, tepidarium, calidarium, welches in einer Villa zu Vivo errichtet werden sollte, Vasari X, p. 81 im Kommentar zu v. di Ant. Sangallo. In der Villa Grimaldi zu Bissagno bei Genua baute Alessi ein rundes Badgemach mit Kuppel, dessen Becken das heiße Wasser aus dem Rachen von Meerwundern, das kalte aus Fröschenmäulern empfing; ringsum ein Gang mit acht Nischen, wovon vier durch besondere Badewannen und vier durch Fenster und Türen in Anspruch genom- men waren; dazwischen Hermen, welche das Kranzgesimse trugen; vom Gewölbe hing ein sinnreicher Leuchter nieder, dessen große Schale das Firmament darstellte; die Vorräume und Nebenräume eben- falls auf das Zierlichste durchgeführt. Vasari XIII, p. 126, v. di Leoni. Uber die »Stufetta« des Kardinals Bibiena (das sogenannte Bagno di Giulio II.) im Vatikan ist auf die Briefe Bembos vom Jahr 1516 (Zit- tere pittor. V, 5 7, 5 8) zu verweisen, woraus nur soviel erhellt, daß Raf- fael die Sujets zu den Wandmalereien von Bibiena erhielt, für eine kleine marmorne Venusstatue aber keine passende Stelle wußte. XV. Kapitel DIE GÄRTEN § 123 Gärten unter der Herrschaft des Botanischen Die Gärten der Paläste und besonders der Villen waren ohne Zweifel frühe in regelmäßigen Linien, vielleicht in strengem Bezug auf das be- treffende Gebäude angeordnet. Wenn ihrer künstlerischen Behandlung Anfangs etwas im Wege stand, so war es das botanische Interesse oder die Absicht auf Nutzbarkeit. Vgl. Bd. »Kultur der Renaissance« dieser Ausgabe, 195. Der Garten der mediceischen Villa Careggi zur Zeit des Lorenzo magnifico als Sammlung zahloser einzelner Gattungen von Bäumen und Sträu- chern geschildert.