i85 .ilH Fig. 78 La Rotonda bei Vicenza Von den Kasinos dieser Zeit hat die Palazzina in Ferrara noch einen Schimmer der ehemaligen Grazie, dagegen ist die Villa Pia (§ 117) im großen vatikanischen Garten, von Pirro Ligorio um 15 60 vollständig erhalten: an einer ovalen Terrasse hinten das Gebäude selbst, vorn ein Vorpavillon mit Unterbau, an den beiden Rundenden kleine Eingangs- hallen ; das Ganze berechnet auf Stukkaturen, Brunnen und bestimmte vegetabilische Umgebung; letztere allein fehlt. §121 Villen der Barockzeit In der Barockzeit von 1580 an wurde Rom und Umgebung die wich- tigste Stätte für die weitere Ausbildung der Landvilla sowohl als der Villa suburbana. Die erstere fügt sich im Detail den mürrischen Formen des damaligen Stadtpalastes, rettet sich jedoch die Loggia als Hauptmotiv. Die letztere, im Grundplan jetzt oft vorzüglich schön und als Vergnü- gungsaufenthalt mit luftigen Hallen und bequemen Treppen muster- gültig, dringt doch ebenfalls nirgends mehr zu einem reinen Ausdruck in den Formen durch. Rustica und gleichgültige Mauereinfassungen aller Art kontrastieren mit den eingesetzten antiken Reliefs, dem speziellen Luxus von Rom. - Großem Villen entsprechen jetzt besondere kleine Kasinos auf anderm Niveau, aber derselben Achse. Einflußreiche Landvillen: Villa Aldobrandini und VillaMondragone bei Frascati. Für die Villa suburbana: Villa Montalto-Negroni (seit Sixtus V.) mit Hauptbau und Kasino, letzteres von Domenichino; Villa Borghese, Villa Mattei usw.; vielleicht das Wirkungsvollste die Gartenseite der Villa Medici auf Monte Pincio.