i68 Ant. da Sangallo, unvollendet; - Porta del Popolo, angeblich von Vi- gnola, triumphbogenartig ; - Porta Pia, von Michelangelo, der um 1559 Entwürfe für viele andere Tore von Rom machte (Vasari XII,p. 263); komponiert in der Absicht, die plastisch höchst wirksam durchgeführte Toröffnung durch Umgebung mit kleinen Nebenfenstern, Scheinzin- nen usw. möglichst gewaltig erscheinen zu lassen. Die Bildung der For- men an sich völlig willkürlich und nur diesem Zwecke untertan. § no Die Brücken Brücken von unabhängiger künstlerischer Bedeutung hat erst die Zeit von 1540 bis 15 80 geschaffen. Aus dem 15. Jahrhundert: Ponte Sisto zu Rom, bereits mit Aneig- nung der Formen antiker Brücken. Palladios prachtvolle Entwürfe für eine dreibogige Rialtobrücke zu Venedig. - Ammanatis Ponte della Trinità zu Florenz; die Formen der drei Bogen mit freister Genialität dem Ansteigen gegen die Mitte zu anbequemt; statt der Stichbogen Halbellipsen für das Auge; die Brücke bildet Ein belebtes Ganzes. Bedeckte Brücken werden im 15. Jahrhundert wenigstens verlangt von Alberti (de re aedìf. L. VIII, c. 6), der auch über die Engeisbrücke zu Rom im Auftrag Nikolaus V. wirklich ein Dach soll erbaut haben. (Vasari IV, p. 61, v. di Alberti.) - Eine stattliche, ziemlich frühe Be- dachung hat gegenwärtig noch die Brücke des Ticino zu Pavia. XIII. Kapitel KORREKTIONEN UND NEUE STADTANLAGEN § in Nivellierung und Pflasterung Die Renaissance ist die Zeit der Korrektionen im weitesten Sinne, schon weil ihre ganze Richtung auf das Regelmäßige geht, sodann weil ihre monumentale Architektur ein bestimmtes Maß freien Raumes und einige Harmonie mit den umgebenden Baulichkeiten verlangt. Die nordische Gotik in Städten, deren Verteidigungsfähigkeit mit der Raumersparnis stieg, stellte auf enge, irrationelle Plätze selbst Kir- chen ersten Ranges, deren organische Vollkommenheit sich um die Um- gebung gar nicht zu kümmern scheint. Die italienische Theorie (z. B. Serlio, L. VII et passim) verlangt dagegen vor jeder Fassade womög- lich einen Platz, dessen vier Seiten der Länge derselben entsprechen.