163 Öffentliche Gebäude mit Hallen im Erdgeschoß gelingen auch dieser Zeit bisweilen noch auf das Herrlichste. Palladios Basilica 1549, § 103; mit einfachen Mitteln höchst wirk- sam: Vasaris Uffizien, § 35; - reich und edel das Collegio de’ Nobili und andere Bauten um Piazza de’ Mercanti zu Mailand, von Vinc. Seregno, nach dem Motiv der Höfe des Alessi, § 35, 106. § 106 Palastbau der Nachblüte; das Innere Im Innern gewinnt vor allem das Vestibül, jetzt für eine zahlreiche wartende Dienerschaft der Besuchenden, eine große Ausdehnung. Schon die Pforte jetzt als Einfahrt groß und weit. Das Vestibül, bei den Florentinern und noch bei Bramante selten mehr als ein Gang mit Tonnengewölbe, wird ein großer, hoher, gewölbter Raum, meist mit einschneidenden Lünetten. - Die Einfahrtshalle von Palazzo Farnese mit ihrem Tonnengewölbe über dorischen Kolonnaden wurde freilich nicht wieder erreicht. Das Vestibül gedeiht zu einer der höchsten Aufgaben, indem der Trep- penbau (§ 99), bisher nur erst stattlich und bequem, nunmehr als Element der Schönheit dem Auge und der Phantasie absichtlich dargeboten und an das Vestibül unmittelbar angeschlossen wird. Hauptneuerung: die Verdoppelung der Treppen um der Symmetrie willen, nachdem man sich in Gärten und Höfen schon seit Bramante daran gewöhnt hatte (§ 126). Entweder begann man gleich unten mit zwei verschiedenen Treppen oder ließ eine Treppe sich vom ersten Absatz an in zwei teilen; Absätze (Podeste), Geländer, Säulenstel- lungen, Uberwölbungen usw. erhielten jetzt erst ihr besonderes ästhe- tisches Gesetz; dazu die Poesie des Lichtes und der Durchblick, wel- che nicht ruhte, bis sie aller ihrer Mittel sicher war. Ein begeistertes und gewiß einflußreiches Programm dieses ver- edelten Treppenbaues: Vasari I,p. 130, Introdu^jone. Das vorzüglichste Verdienst hat indes die steile Treppenstadt Genua, wo man von jeher darauf hatte denken müssen, dem vielen Steigen eine gute und schöne Seite abzugewinnen; die Treppe im dortigen Dogenpalast (nach 1550) und in allen folgenden Palästen. Die Höfe haben nicht mehr die feine Eleganz der besten unter den frühem, dafür aber bisweilen eine ernste Größe oder eine geistvolle Pracht. Der Ernst der Pfeiler- und Säulenhallen Ammanatis und Palladios. Der originelle und prächtige Hof in Alessis Pal. Marino zu Mailand; sein schönster Hof ehemals der in Pal. Sauli zu Genua; das Motiv §35.