Der bestimmende Bau war der vielleicht erst um 1440 begonnene Palast des Cosimo Medici, jetzt Pal. Riccardi an der Via larga zu Flo- renz, von Michelozzo; jetzt innen stark umgebaut, doch sind u. A. noch vorhanden die wohlangelegten Treppen neben dem vortrefflichen Hallenhof. (Francesco Sforza hatte dem Cosimo einen Palast in Mailand ge- schenkt ; dieser sandte Michelozzo hin und ließ einen neuen Bau, bloß Erdgeschoß und Obergeschoß errichten, der an geschickter Aufein- anderfolge, richtiger Anlage und Schmuck der Räume als ein Wunder galt. Umständliche, aber nicht anschauliche Beschreibung aus dem XXI. Buch des Filarete (§ 31), abgedruckt in den Beilagen zum Ano- nimo di Morelli. Jetzt Casa Vismara; erhalten ist nur das Portal mit der spielenden Pracht seiner Skulpturen, und die untere Halle des ersten Hofes, Rundbogen auf achteckigen Pfeilern). Das Lebensprinzip der toscanischen Fassade ist völlig gleichmäßige Behandlung, das Verschmähen jeder besondern Charakteristik der Mittel- partie oder der Ecken, des sogenannten Gruppierens. Beweis einer hohen Anlage der florentinischen Kunst, die in einem schmuckliebenden Zeitalter auf Alles, was irgend die Aufmerksamkeit teilen konnte, auch auf Prachtpforten verzichtete, und die Mittel gleich- mäßig auf das Eine Ganze verwandte. Selbst wo etwa die Fenster prächtiger gestaltet sind, wie z. B. am Palast Pius II, zu Pienza, sind sie doch unter sich gleich. Von der Anlage des Innern und den dabei waltenden Absichten gibt Pius II. bei Anlaß seines Palastes zu Pienza die wichtigste Rechen- schaft. PH II. Comment. L. IX, p. 42 5 ss. Andere Stellen über Pienza II, p. 78. IV,p. 200. VIII,p. 377, 394. IX,p. 396. Vgl. § 8, 11, 40. Säle jeder Bestimmung, darunter Speisesäle für drei verschiedene Jahreszeiten, liegen bequem um den Hallenhof, teils in dem gewölb- ten Erdgeschoß, teils darüber. - Rechts an der Halle liegt (wie im Pal. Medici) die sachte Haupttreppe; 20 breite Stufen jede aus Einem Stein führen zu einem Absatz mit eigenem Fenster, und 20 von da rückwärts in den obern Korridor; dasselbe gilt auch von der Treppe des zweiten Geschosses. (Wendeltreppen, damals ein Hauptanlaß zur Pracht in nor- dischen Königsburgen, galten den Toscanern nur noch für erlaubt in den Diensträumen, wie jene Schilderung von Casa Vismara andeutet, und als geheime Hilfstreppen.) - Der erste Stock hat nach dem Hof zu keine Halle mehr, sondern einen geschlossenen Korridor mit vierecki- gen Fenstern und flacher Kassettendecke; von ihm aus führen Türen rechts in einen Saal, zu welchem zwei Zimmer und ein Kabinett ge- hören, links in den Sommerspeisesaal, an welchen die Kapelle stößt. An der hintern Seite, welche nach außen der schönen Aussicht zu Liebe