104 Die Fassade des Domes von Pienza, um 1460 von dem Florentiner Bernardo di Lorenzo (?), einem Langhaus von drei gleich hohen Schif- fen entsprechend, in sehr mäßigen Formen kräftig gegliedert; hier zum erstenmal gehen durch den Giebel zwei Pilaster hindurch, welche eine Fortsetzung der untern Wandpilaster sind. In Venedig geben Inkrustation und verzierte Friese und Pilaster im- mer eintfestiva et hilarisfacies; vgl. Sabellicus, de situ Veit. urbis, fol. 84, 87; selbst vom Lazarett heißt es fol. 92: usus tristis, sed frons loci laetissima. Fig. 39 Madonna di Galliera in Bologna (Nohl.) In den Backsteingegenden (§44f.) bald mehr originelle und freie Umdeutung der klassischen Formen (S. Pietro in Modena, Madonna di Galliera in Bologna), bald liebevolle und solide Übertragung der- selben (Fassade von S. Satiro in Mailand, § 46). Kleine Fassaden werden geradezu zu Prachtpforten: die originelle Misericordia zu Arezzo; die Confraternità di S. Bernardino zu Peru- gia, 1456 oder 1461 von Agostino di Duccio; S. Spirito in Bologna.