95 sie verbindenden Bogen, welche noch jetzt modifiziert vorhanden sind. Daß sich Michelangelo später »esecutore« von Bramantes Plan nannte (Vasari VII, p. 137, v. di Bramante), bezieht sich am ungezwungensten auf die Zentralanlage, die ihm mit Bramante gemeinsam war. Fig. 28 S. Peter. Bramantes erster Grundriß Allein Bramante hat zunächst den unter Nikolaus V. von Bernardo Rossellino begonnenen Chor, der zu keinem dieser Entwürfe stimmt, ausgebaut - ob als einen provisorischen? - oder (Ansicht von Jova- novits), indem er sich definitiv darein fügte? Sodann gibt es eine alte Aussage (bei Panvinio § 8), wonach Bra- mante doch auch ein Langhaus entwarf; erst Peruzzi »eiusdem exemplar decurtavit, ex oblongo quadratum fecit«. Wir dürfen vermuten, daß Bra- mante in diesem Falle sehr wider Willen gehorcht habe. - Dieses Lang- haus scheint dann Raffael, als er 1515 die Oberleitung des Baues erhielt, im wesentlichen angenommen zu haben. (Plan bei Serlio.) Chor und Querarme entsprechen in den Hauptsachen dem zweiten Zentralplan Bramantes; dann folgt ein dreischiffiger Langbau mit mächtigen Pfei- lern und tiefen Seitenkapellen; alle Flächen mit Nischen; endlich eine Vorhalle mit dreifacher Säulenreihe. Nach außen erscheint die Anlage des Ganzen sehr vereinfacht; gewaltige gerade Mauern mit Pilastern würden dasselbe (mit Ausnahme der drei Apsiden) abgeschlossen ha- ben. - Leo X. in seinem Ernennungsbreve an Raffael vom 1. August 1515 (bei Quatremere, ed. Longhena,p. 5 29; s. auch Letterepittoriche VI, 2)