Der große Federigo von Montefeltro, Herzog von Urbino (f 1482), Kenner der Architektur, baute außer vielen Festungen seinen berühmten Palast, welcher als einer der vollkommensten seiner Zeit galt. Vespasiano fiorentino,/>. 121 s.,p. 146. Vgl. Kultur der Renaissance. - An dem Palast (§93) könnte er leicht selber das Meiste getan haben. § 7 Monumentaler Sinn Papst Nikolaus V. In dem zerrütteten Rom erhoben sich die ersten Päpste nach dem Schisma kaum über Reparaturen. In Nikolaus V. (1447-1455) aber war Bauen und Büchersammeln zu Einer übermächtigen Leidenschaft ge- diehen, zu deren Gunsten der Papst selber erhabene sowohl als praktische Gesichtspunkte geltend machte. Vitae Paparum, bei Murat. III, II, Col. 925 ss., bes. 949. - Platina, in vita Nicol. V. - Außer vielen Bauten in Landstädten die fünf gro- ßen, nur geringstenteils ausgeführten Projekte für Rom: Herstellung der Stadtmauern und der 40 Stationskirchen, Umbau des Borgo zur Wohnung für die gesamte Kurie, Neubau des Vatikans und der Peters- kirche. Die Motive nach den Biographen: Ehre und Glanz des apostolischen Stuhles, Förderung der Devotion der Christenheit und Sorge für den eigenen Ruhm durch unvergängliche Bauten. Laut der eigenen Rede des Papstes an die um sein Sterbebett ver- sammelten Kardinäle: das monumentale Bedürfnis der Kirche, nicht in betreff der Gelehrten, welche Entwicklung und Notwendigkeit der Kirche auch ohne Bauten verständen, wohl aber gegenüber den turbae populorum, welche nur durch Größe dessen, was sie sähen, in ihrem schwachen und bedrohten Glauben bestärkt werden könnten. Dazu dienten besonders ewige Denkmäler, die von Gott selbst erbaut schie- nen. Die Festungen im ganzen Staat habe er errichtet gegen Feinde von außen und gefährliche Neuerer im Innern. (Vgl. Kultur der Re- naissance, Gesamtausgabe V, S. 71, 122 f., 128.) »Hätten Wir Alles, Kirchen und andere Bauten, vollenden können, wahrlich Unsere Nach- folger würden mit größerer Verehrung aller Christenvölker angebetet werden und sicherer vor innern und äußern Feinden in Rom wohnen. Also nicht aus Ehrgeiz, aus Prachtliebe, aus leerer Ruhmsucht und Be- gier, Unsern Namen zu verewigen, haben Wir dieses große Ganze von Gebäuden angefangen, sondern zu Erhöhung des Ansehens des apo- stolischen Stuhles bei der ganzen Christenheit, und damit künftig die Päpste nicht mehr vertrieben, gefangen genommen, belagert und sonst bedrängt werden möchten.« Die letzte (vergebliche) Bitte an die Kar- dinäle, man möge fortfahren und vollenden, prosequi, perficere, absolvere!