74 Die Religion unmöglich wissen kann, und welche nun eben sämtlich zum früheren Wissensbereiche eines ganz bestimmten Verstorbenen, den das Medium meist gar nicht kannte, gehörten. Gewiß, man kann hier mit Telepathie, Ge- dankenlesen und anderem kommen — aber nur in recht gezwungener Weise1). Wir müssen hier einfach — abwarten; es bleibt weiter nichts übrig. Die parapsychologische, leider hei uns noch immer „okkultistisch“ genannte Forschung ist auf so- liden Bahnen und wird in kritischster Weise betrieben. Die Zahl ihrer dogmatischen Gegner — meist Materialisten vom alten Schlage — wird von Jahr zu Jahr kleiner. Hier könnte einmal der wahre Identitätsnachweis einer sich im Gebahren eines sogenannten Mediums äußernden Persönlichkeit mit einem Verstorbenen gelingen — freilich auch dann noch wäre es, wie Oesterreich einmal gesagt hat, nicht ganz sicher, daß der Verstorbene auch, ab- gesehen von den Bedingungen des Experiments, als Person „existiert“ und nicht etwa nur wegen dieser Bedingungen aus einem Uberich, in das hinein er verloren war, neu hervorging. Aber immerhin, in gewissem Grade wahr- scheinlich würde persönliche Unsterblichkeit auf dem Boden des parapsychologischen Experimentes werden können. Und es sind wohl gar Phänomene denkbar, welche ihr Dasein beinahe sicher machen könnten. — IV. Die Religion Alle Beschäftigung mit dem Jenseitsproblem und dem Problem des Todes insonderheit kann, wie der Mensch einmal ist, nicht ohne das Auftreten eines starken Ge- fühls, und zwar eines Gefühls der Abhängigkeit vor sich gehen. Auch anderes noch zeigt dem Menschen seine Abhängigkeit von dem großen Wirklichen an, von dem x) Näheres in meinen Aufsätzen in der „Zeitschrift für Para- psychologie“ 1927. Man vergleiche auch die Werke von Bozzano und Mattiesen.