48 Das Geistige und seine Formen Man wird nun sagen: das alles ist „Erscheinung“, wir wollen aber das Wirkliche erkennen. Ich antworte: wir haben es erkannt, jedenfalls der Hauptsache nach haben wir das. Denn Summe und Ganzes sind Begriffe, die zu dem Urarsenal der Ordnungsbegriffe, zum Urarsenal des „Rationalen“ gehören; und dieses sollte ja (S. 35) auf das Wirkliche übertragbar sein, da sich kein Grund dafür finden ließ, daß es das nicht sei. Also geht ein uns in Erscheinungsform gegebener gro- ßer Zwiespalt, der Zwiespalt zwischen Summengeschehen und Ganzheitsgeschehen, durch das Wirkliche selbst hindurch, insofern uns dieses als materielle Welt, als „Natur“, erscheint. Wie beschaffen der eigentlichen Qualität nach dieser Zwiespalt im Wirklichen ist, davon wissen wir freilich noch nichts: er zeigt sich im Reiche der Erscheinung, also erfahrungsmäßig, ja nur darin, daß gewisse materielle Körper, die unbelebten, einer summenhaften, andere, die Organismen, einer ganzmachenden Gesetzlichkeit unter- stehen. Als materielle Körper sind beide für die Erfah- rung da. II. Das Geistige und seine Formen Hier nun setzt unser Wissen um die metaphysische Be- deutung des JFissens ein: in meinem Wissen weiß das Wirkliche um sich selbst (S. 38). Wissen ist Ur- qualität des Wirklichen, neben vielen anderen vielleicht. Jedenfalls ist es die einzige seiner Urqualitäten, die ich kenne. Wissen ist auch „an sich“ Wissen. Wir wollen die Wissensseite des Wirklichen gelegentlich „Geist“ nennen, aber nur um ein kurzes Wort zur Verfügung zu haben und ohne etwa an einen Gegensatz zwischen „Seele“ und „Geist“ oder ähnliches zu denken. Ich nahm nun (S. 24) für mein eigentlich bewußtes Wissen, das eigentliche „Ich-Wissen“, eine unbewußte, aber nicht materielle Grundlage, die Seele, an. Diese ist