23 lieferte Wagenachsen für die Französische Artillerie. Einen großen Umfang gewann die Herstellung von Sensen, Sicheln, Sägen und sonstigem Kleineisenzeug auf der Dillinger Hütte; zu dieser Fabrikation hatte man 1799 einige 20 Arbeiter aus dem Bergischen dorthin gezogen. Die zum Theil aus Roheisen von Bendorf (bei Coblenz) gefertigten Fabrikate erhielten auf der Pariser Ausstellung Französischer Industrie - Erzeugnisse vom Jahre IX (1800 bis 1801) die goldene Medaille. 1802 begann man zu Dillingen die ersten Englischen Blechwalzwerke zu bauen, zu welchem Ende zwei der Besitzer monate- lang sich in England umgesehen hatten; das erste gewalzte Schwarzblech — bis dahin war Blech nur unter dem Hammer dargestellt worden — wurde gegen Ende des Jahres 1804 gefertigt. Verzinntes Weißblech lieferte die Geislauterner Hütte in 2 Sorten, einer dunkleren (mit Vio Blei-Zusatz) zu Dach- rinnen und einer helleren zu Kochgeschirr. Der Anfang der Weißblechfabrikation zu Dillinger Hütte fällt in das Jahr 1805; auf der Pariser Ausstellung von 1808 wurde den Dillinger Weißblechen bereits die goldene Medaille zuerkannt. Die Goffontainer Stahlhütte verarbeitete fast ausschließlich Rohstahleisen von Bendorf. Der hieraus gewonnene Cement-Stahl (gegen 1 800 Ctr. jährlich) wurde hauptsächlich zu Werkzeugen, Feilen, Wagenfedern und Sensen benutzt. Man schlug Deutsche Zeichen auf denselben und verkaufte ihn als „Preußischen“ Stahl; bei der ungeheuren Höhe des Französischen Eingangszolles für Stahl (49 Frs. 50 Cts. auf 100 Kilo) blieb der ächte Preußische (Bergische) Stahl vom Französischen Markte voll- ständig ausgeschlossen. — Der Pariser Friede von 1815 beließ von den Eisenhütten des Saargebietes nur diejenigen in der Nähe von Creutzwald und Homburg a. Rossel bei Frankreich, während die Werke zu Neunkirchen, Geislautern, Fischbach, Haiberg, Scheidt, Rentrisch, Dillingen und Bettingen, sowie das Stahlwerk Goffontaine an Preußen, die St. Ingberter Hütte an Bayern fielen. In landesherrlichem Besitz befand sich von diesen sämmtlichen Eisenwerken nur mehr die Hütte zu Geislautern, welche indessen schon 1827 ebenfalls in Privatbesitz an Gebr. Stumm bezw. an die Gesellschaft der Dillinger Hüttenwerke überging. — Hinsichtlich der weiteren Entwickelung der Eisen - Industrie des Saargebietes im laufenden Jahrhunderte mag auf die statistisch-volkswirthschaftliche Skizze : „Haßlacher, Das Industriegebiet an der Saar und seine hauptsächlichsten Industriezweige, Saarbrücken 1879“ verwiesen werden.