15 dabey zu bedienen, wie es bishero gebräuchlich gewesen.“ Dagegen hatte er die zu beziehenden 4500 Klafter Hüttenholz mit 1 Gld. 10 Alb. das Klafter zu bezahlen, für das außer Landes ge- führte Eisen 6 Pf. Zoll auf den Centner zu entrichten und jährlich 2 000 Ctr. Masseln zum Preise von je 2 Gld. nach dem „Platinen Hammer“ zu liefern. Außerdem übernahm er die ausdrückliche Verpflichtung, die Schmelze, sobald dies verlangt werden sollte, der Kammer auf 2 bis 3 Wochen zu einem Probeschmelzen herzugeben. Ein weiterer Vertrag vom 1. August 1759 überträgt sodann vom 1. Januar 1762 ab die Fischbacher Schmelze für sich allein (ohne den Scheidter Hammer) gegen einen Canon von 800. Gld. und einen Holzpreis von 1 Reichsthaler für das Klafter auf 15 Jahre der oben genannten Frau Kath. Lotli, welche bereits unterm 15. Juni 1759 den neu errichteten Rentrischer Hammer gepachtet hatte. Schon mit Ende 1766 ging jedoch das Werk auf Grund des Vertrages vom 20. October 1766 (vergl. oben 4.) zugleich mit der Geislauterner Hütte, dem Scheidter Hammer und dem Platinen-Hammer in die Pacht der Gebr. Beer et Comp., am 25. September 1776 in diejenige der Ferm-Societät Le Clerc, Joly et Comp. über. 6. Die Sulzbacher Schmelze. Zur Verhüttung der im Sulzbachthale gewonnenen Eisenerze soll um das Jahr 1680 unterhalb Dudweiler im „Schiedeborn“ (bei der heutigen Ortschaft Jägersfreude) ein Schmelzofen errichtet worden sein, von dessen Betrieb noch um die Mitte des vorigen Jahrhunderts Schlackenhalden vorhanden waren, der jedoch, wie es scheint, sehr bald wieder aufgegeben wurde; wenigstens sind keinerlei nähere Nachrichten über ihn vorhanden. Als Ersatz dieser „alten Schmelze“ ließ Graf Friedrich Ludwig zu Nassau - Saarbrücken im Jahre 1719 die „neue Eisenhütte an der Sulzbach“ unmittelbar beim Dorfe Sulzbach anlegen. Wie der mehrerwähnte Bericht an die Fürstin Charlotte Amalie vom Jahre 1728 ergibt, war die neue Schmelze nach dem Tode des Grafen Friedrich Ludwig (1725) durch die Rentkammer dem „Erb- beständer“ Vigand entzogen worden und hatte dann still gelegen, bis sie im Jahre 1728 für herrschaft- liche Rechnung wieder angeblasen wurde, um allerdings sehr bald abermals auf längere Zeit kalt ge- legt zu werden. Eine gewisse geschichtliche Bedeutung hat die Sulzbacher Schmelze durch die Versuche er- langt, welche in den 1760er Jahren Fürst Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken auf ihr anstellte, um Roheisen bei Steinkohlen (Koks) zu erblasen. Es mag hier der Ort sein, auf diese Versuche näher einzugehen. War auch ursprünglich der Waldreichthum des Saarbrücker Landes und seine Verwerthung wesentlich mit ein Anlaß zur Errichtung von Eisenschmelzen gewesen, so mußte doch der große Um- fang, welchen das Eisenhüttenwesen mit der Zeit angenommen hatte, und der stets wachsende Bedarf an Holz und Holzkohle mehr und mehr die Befürchtung einer baldigen Erschöpfung der Wälder und damit die Nothwendigkeit einer Einschränkung des Holzverbrauches nahe legen. Es ist eines der vielen Verdienste, welche der einsichtsvolle und thatkräftige Fürst Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken sich um die industrielle Entwickelung des Saargebietes erworben hat, daß er, in der Erkenntniß dieser Nothwendigkeit, den Gedanken practisch durchführte, beim Eisenerzschmelzen die Holzkohle durch Steinkohle zu ersetzen. Schon in einem Vertrage vom 2. Juni 1758, welchen Fürst Wilhelm Heinrich mit dem Hof- kammerrath Heuß über die Anlegung von Ruß- und anderen Kohlendestillations - Fabriken geschlossen hatte, war für den Fall, daß „die ausgezogenen Kohlen“ (Koks) auch zum Eisenerzschmelzen gebraucht werden könnten, ein bestimmter Preis für dieselben vorgesehen worden *). Indessen scheint die be- treffende Fabrikation und insbesondere auch die von Heuß auf dem Sulzbacher Harzwerke begonnene *) Haßlacher, Geschichtliche Entwickelung des Steinkohlenbergbaues im Saargebiete, in dieser Zeitschrift, Bd. XXXII, B. Seite 461 flgd.