B bewegt sich mit bekannter Geschwindigkeit an A vor- bei in bekannter Distanz; alles ist eindeutig. Kennt da- gegen B seine Geschwindigkeit relativ zu A nicht und ist die Distanz zwischen A und B nicht bekannt, so „postu- liert“ B seine Gleichzeitigkeit und zwar wahrscheinlich falsch. Gleichzeitigkeit zwischen A und B ist dann also nicht feststellbar. b) Im Weltraum; System A, welches nicht Äther „mitführt“, sei als ruhend gesetzt, jedenfalls ruhe es relativ zur Lichtquelle; Gleichzeitigkeit in ihm ist nur postulatorisch bestimmbar. System B läuft mit seinen Uhren bei seiner Bewegung an den Uhren von A vorbei; dann kann von A aus relativ zu B Gleichzeitigkeit nur postulatorisch festgestellt werden. B kann auch relativ zu sich selbst Gleichzeitigkeit (nach 2) nur postulieren und sagt aus, daß A seine Gleichzeitigkeit falsch bestimmt habe. 4. Findet die Bewegung von A relativ zu B auf der Erde, aber mit unbekannter Geschwindigkeit, oder findet sie im Weltraum statt, so sagt A von B aus, daß B seine Längen falsch messe; ebenso B von A. Das Unrecht ist also gegen- seitig. Denn Längen werden in jedem System selbst, wenn man von abenteuerlichen Annahmen absieht, zwar unmittelbar gemessen, sie werden aber von A relativ zu B und von B relativ zu A durch Gleichzeitigkeiten be- stimmt. Nennen wir 2 voneinander entfernte zueinander ruhende Uhren auf A und auf B nun a und ß, bezw. a' und ß', so läßt sich für ein zur Lichtquelle ruhend ge- dachtes A zwar, wenigstens auf der Erde, die Gleichzeitig- keit von a und ß feststellen, ebenso wie sich die Gleich- zeitigkeit von a und a' feststellen läßt. Aber die Gleich- zeitigkeit zwischen a' und ß' (beide auf B) ist für den Bestimmer auf A und für den Bestimmer auf B jeweils eine andere. So kommt also kein eindeutiges Ergebnis heraus, und im Weltraum wird alles noch problematischer. 21