Dritter Hauptteil. Logische Probleme. Die Abschnitte dieses Hauptteiles stellen vier in sich geschlossene Untersuchungen dar, die nur durch das Wort „Logik“ zusammengehalten werden. Besonderer Beach- tung empfehle ich den Abschnitt über „Wahrscheinlich- keit und Freiheit“, der mir geeignet erscheint, recht be- denkliche Dunkelheiten im modernen Wissenschafts- betriebe aufzuklären. A. Die Basis der Erkenntnistheorie — „Logik“ und „Psychologie“. Der Streit um die Frage, ob Kants Erkenntnistheorie von ihm selbst „logisch“ oder „psychologisch“ gegründet und durchgeführt sei, und die noch wichtigere, wie denn nun sachlich Erkenntnistheorie gegründet und durch- geführt werden müsse, ist immer noch nicht beendet. Daß es bei Kant selbst sehr „psychologisch“ klingende Stellen gibt — alle die z. B„ wo von „Vermögen des Ge- mütes“ die Rede ist —, steht außer Zweifel; ebenso frei- lich, daß er an anderen Stellen, zumal in den „Prolego- mena“, von der Existenz einer „allgemeingültigen“ Wissenschaft ausgeht und die „Voraussetzungen ihrer Möglichkeit“ logisch untersucht. Es soll im folgenden nun nur die Sachfrage erörtert werden, also die Frage, wie denn „Erkenntnistheorie“ zu begründen und durchzuführen sei, ob „logisch“, ob „psychologisch“ oder ob vielleicht gar noch „anders“.