126 Studien über Ganzheit. Das Gebaren eines Organismus ist ganz, insofern es von Zweckmäßigem, d. h. von einem vom Ich erlebten Zweck, ausgeht. Die Ausführungsart kann variieren, regulatorisch. Das Ergebnis ist Ziveckentsprechendes. Die einzelnen Akte des Gebarens sind unmittelbar-zweck- mäßig. Artefakte, als Ergebnisse des Gebarens („objekti- vierter Geist“), sind zweckentsprechende Dinge; sie sind sachganz, weil sie das sind. Wenn sie „Maschinen“ sind, können an ihnen mittelbar-zweckmäßige Vorgänge ge- schehen. Organismen sind sachganz, weil sie als Klasse mit vielen Fällen auftreten, regulabel sind und sich fort- pflanzen. Ihre Form entsteht durch embryonale oder regulatorische Vorgänge, welche sicherlich ganzmachend, und zwar, wie der Vitalismus lehrt, unmittelbar ganz- machend sind. Diese Vorgänge sehen aus, als ob sie „ge- wollt“ seien, wennschon nicht „Ich“-gewollt. Da die Organismen aber nicht „zweckentsprechend“ heißen dürfen, da wir jedenfalls den Zweck, dem als einem Fremden sie „entsprechen“, nicht kennen, so sollten die morphogenetischen Vorgänge nicht „zweckmäßig“ heißen. Zielmäßig, und zwar unmittelbar-zielmäßig, dürfen sie genannt sein. Das ganze „Ziel“, dem die formbildenden Vorgänge zustreben, ist eine Form- und Funktions- gesamtheit; hei Tieren ist die Funktion mehr als bei Pflanzen an typische Form gebunden. D. Ganzheit und Kausalität. Der echte Begriff der Kausalität wird heute von zwei sehr verschiedenen Seiten her in seiner Berechtigung an- gegriffen.