Beziehungen zur Wiener Schule. 39 Arbeiten müsse, so meint Frank auf S. 76 etwas ironisch, der Vitalist ja doch mit „physikalisch-chemischen Mitteln“. Selbstverständlich muß er mit denselben „Mit- teln“ arbeiten wie der Anorganiker, denn er untersucht unmittelbar eben gewisse materielle Gebilde, welche „Organismen“ heißen. Daß das „materielle Systeme“ seien, habe ich selbst ja immer wieder betont — das Ge- setz der Veränderung dieser Systeme steht aber als eigentliches Problem zur Untersuchung, und das eben ist nicht das mechanistische. Meinen auf die Handlungsanalyse gegründeten Auto- nomiebeweis stellt übrigens Frank auf S. 108ff. ganz lückenhaft dar; er unterdrückt den für meinen Gedanken- gang sehr bedeutsamen Sachverhalt der „historischen Re- aktionsbasis“, d. h. das Faktum, daß das Reaktionsver- mögen des Systems „Mensch“ durch die Zufälligkeiten seiner Vorgeschichte spezifisch bestimmt ist. Meine Staatstheorie (S. 127f.) und die Rolle, welche der Ganzheitbegriff in ihr spielt, nimmt er viel zu definitiv: hier ist nach meiner Überzeugung alles nur vorläufig und durchaus hypothetisch. Was das eigentlich biologische Problem angeht, so zeigt eine Stelle in dem Werke Franks ganz besonders, wie sehr er doch an der eigentlichen Wesenserfassung des Or- ganischen vorbeigeht. Er will auf S. 221 seines Buches die vom Vitalismus radikal abgelehnte Lehre von der „zu- fälligen“ Entstehung des Organismus damit, wenigstens der logischen Möglichkeit nach, zu retten suchen, daß er sie vergleicht mit dem „Zufall“, daß ein bestimmtes Sand- korn an eine bestimmte Stelle der Wüste zu liegen komme. Beim Organischen handelt es sich aber doch um Billionen von „Sandkörnern“, die in ganz bestimmter Beziehung immer wieder relativ zueinander liegen, und diese Billio-