16 Intuition und Positivismus. Die Begriffe „subjektiv“ und „objektiv“ in ihrer eigent- lichen Bedeutung haben im Anfang des Philosophierens, wenn es wirklich kritisch ist, noch gar keinen Sinn; und hier handelt es sich doch uin der Philosophie wahren Anfang. Der Ursachverhalt, daß alles „Etwas“ gegen das „be- wußt h|bende Ich“ steht, also „Gegenstand“ für es ist, hat nämlich mit „subjektiv“ und „objektiv“, welche Be- deutungen erst angesichts der sogenannten empirischen Wirklichkeit erstehen, zumal wo Psychophysik auf den Plan tritt, gar nichts zu tun; es sei denn, man sage, daß alles „subjektiv“ sei, insofern es „für Ich“ ist, und daß alles „objektiv“ sei, insofern es „Etwas“ ist. Diese leere Rede trifft aber offenbar nicht das, was man mit diesen Worten — an allzu früher Stelle, wie gesagt — aussagen will. Der Begriff „Gegenstand“ in dem Sinne, den Meinong ihm gab, hilft hier wirklich weiter. In seinem Rahmen gibt es nun eben Ur-, d. h. elementare Bedeutungen, wie z. B. dieses, solches, Beziehung, verschieden, soviel u. a., auf die sich letzthin der gesamte Philosophiebetrieb auf- baut. — Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß bei vielen heutigen Logikern, zumal den Logistikern, die Be- griffe Gegenstand und Bedeutung nicht klar genug hin- gesetzt werden, ja, oft in ihrem grundlegenden Sinne gar nicht gesehen zu werden scheinen, womit es dann zu- sammenhängt, daß man gar nicht darüber Bescheid be- kommt, von was Logik, im engen Sinne des Wor- tes, undMathematik eigentlich handeln. Etwa vom „Verstände“ oder vom „Denken“? Das wären doch äußerst zusammengesetzte Begriffe, die sicher nicht an den Anfang des Philosophierens gehören, von dem man doch handeln will.