.Intuition“ als Erfassung von Ordnungstypen. 7 Ja, im letzten Grunde wird nur aus Ordnungsgründen der Begriff des an sich „Wirklichen“ überhaupt gesetzt1). Für die Intuition in unserem Sinne gibt es nun bei den verschiedenen Menschen sehr verschiedene Anlagen, ganz ebenso wie es verschiedene Anlagen für Handfertigkeit, organisatorische oder kaufmännische Tätigkeit usw. gibt. Wer hier eine sehr hohe Anlage hat, heißt intellektuelles Genie (er wird sich oft für einen „Metaphysiker“ halten, ist aber, bloß wegen seiner hohen Intuitionsanlage, noch keineswegs ein solcher). Ganz ohne „Intuitionsanlage“ ist kein Mensch — und kein Tier. Ganz ohne sie könnte kein lebendes Wesen längere Zeit als Lebendiges existieren. Die Intuitionsanlage, von der wir reden, ist aber, das sei nochmals gesagt, nur eine Anlage zur raschen Er- fassung von empirischen Ordnungsverhältnissen, mag ihr Ergebnis auch noch so „blitzartig“ da sein. Sie hat gar nichts zu tun mit „Instinkt“; sie ist rein „intellektual“. Auch Parapsychisches zuzulassen sehen wir hier gar keine Veranlassung, so wohlwollend wir ihm sonst gegen- überstehen; bis jetzt scheint uns jedenfalls weder ein genialer Gelehrter noch ein besonders begabter Politiker, Bankier usw. ein „Metagnom“ gewesen zu sein. Mit dem W orte „Instinktsicherheit“ wird hier oft sehr leichtsinnig gewirtschaftet (übrigens auch in bezug auf ganze Völker). Es handelt sich stets nur um eine Sicherheit, rasch Ordnungsverhältnisse richtig zu übersehen; natürlich stets nur auf dem Gebiet, das man seinen Besonderheiten und Möglichkeiten nach kennt. Übrigens ist bekanntlich durch die wertvolle Arbeit Loesers* 2) der Begriff des „Instinktes“ selbst höchst frag- x) L. c. S. 8. 2) I. A. Loeser, Die Unhaltbarkeit des tierischen Instinktbegriffs, Sitz.ber. Ges. naturforsch. Freunde 1930. S. auch „Die psychol. Autonomie des organ. Handelns“, Berlin 1931 (Nr. 30 von Schaxels Abh. zur theor. Biol.).