Die „Mystik“. 117 Viele äußern ihre Freude darüber, daß heute, im Gegen- satz zur Periode des Neukantianismus, Ich und Welt einander wieder „nahe gebracht“ seien, oder ergehen sich in ähnlichen Wendungen1). Ich selbst nun habe ein Buch geschrieben2), das ganz ausdrücklich den Menschen in die Welt stellt. Aber zu solcher Lehre komme ich nicht unmittelbar oder gar durch mystische Schau, sondern ich beginne ganz vor- sichtig, ja asketisch, mit dem cogito in Form des Ich habe bewußt geordnetes Etwas und komme dann aller- dings, durch Zergliederung der Ordnung des Etwas und durch die Hypothese von der Existenz des An- sich, dazu, das metaphysische Ens „Mensch“ hypothe- tisch in die „Welt“ hineinzusetzen. Wer nicht so arbeitet, wer nicht, in etwas veränderter Form, „kartesianisch“ beginnt, dessen Verkettung von Mensch und Welt ist im Sinne strenger Philosophie wertlos. Denn Philosophie ist strenge Wissensangelegen- heit. J) Freilich besitzen manche Neuen auch das, was wir auf Seite 84 „kosmische Furcht“ genannt haben. Ja, gelegentlich widerstreiten einander diese Furcht und die Freude an einer Verkettung von Ich und Welt bei ein und demselben Denker! 2) Der Mensch und die Welt, 1929.