VI. Metaphysische Ratschläge und Warnungen. Alle bisher gegebenen methodischen Ratschläge be- zogen sich auf logische Dinge, wenn das Wort ,,Logik“ im weitesten Sinne, also als Ordnungslehre genommen wird. Um Angelegenheiten der „Erscheinung“ handelte es sich, soweit es sich nicht um bloße Bedeutungen handelte. 1. Das Wesen der Metaphysik. Es fragt sich mm, ob sich auch für die Behandlung des zweiten großen Gebiets der Philosophie, der Metaphysik, methodische Ratschläge möchten geben lassen. Leicht aber ist einzusehen, daß eigentlich Neues hier nicht geboten werden kann. Denn der Metaphysiker betritt zwar bewußt den Boden eines neuen Seinsreiches, des Wirklichen, des Ansichseins, mit seiner Arbeit. Aber seine Arbeit selbst bleibt „logisch“ wie bisher. Er sucht „Gründe“ zu gekannten „Folgen“, denn Ansich und Für- mich stehen ja im Grund-Folge-Verhältnis zueinander. Er sucht Wirklichkeitszüge, welche Erfahrungszüge mit- setzen, einschließen. Gewiß haben diese Wirklichkeits- züge einen neuen, nämlich den „wirklichen“ Seinston. Aber gefunden werden sie eben doch induktiv, durch „Erfindung“ im Wege der hypothetischen Schau1). Gab es nun schon im Rahmen der Logik keine eigent- lichen Ratschläge für die zur „Hypothesen“-bildung *) Vgl. die Wirklichkeitslehre, 3. Aufl. 1930. Driesch, Philosophische Forschungswege. 7