Verstöße gegen formale Logik. 71 Schlick hat gegen meine Widerlegung des psycho- mechanischen Parallelismus durch Vergleiche der Grade der Mannigfaltigkeit des psychisch und des mecha- nisch Elementaren eingewendet, daß die Mannigfaltig- keit auf beiden Seiten unendlich groß sei1), also ein „Ab- bilden“ aufeinander erlaube. Auch er sieht nur das nebensächlich Quantitative — (den Begriff des Un- endlichen, den die Mengenlehre hat, überhaupt einmal zugegeben). Er sieht nicht, daß auf Seite des Psy- chischen eine Fülle der Soseinsgruppen da ist, die im Vergleich zueinander qualitativ durchaus disparat sind. Auf der mechanischen Seite ist nur eine Soseinsgruppe mit ihren Relationen da, den geometrischen; auf der psychischen (im Sinne des „Bewußt gehabten Elemen- taren“) sind da: 1. die reinen Solchheiten (Qualitäten), selbst wieder in Soseinsuntergruppen (Farben, Tone usw.) zerfallend; 2. Zeit- und Raumdata; 3. Gefühlsdata; 4. die Urbedeutungen; 5. die Wahrheitsakzente; 6. die Existenzakzente. Sind ein Steinhaufen und ein Wald deshalb „dasselbe“ oder Seiten oder Aspekte „desselben“, weil die Punkt- gesamtheiten im Raum, denen beide zugeordnet sind, als „unendlich groß“, aufeinander „abbildbar“ sind ? Man sehe doch endlich den leeren Formalismus ge- wisser Zweige der neueren Mathematik ein und begreife, daß die „Abbildbarkeit“ der Elemente einer mechanisch gedachten Natur auf die Elemente der Erlebniswelt im günstigsten Falle nichts anderes bedeutet als dieses: „Wenn man die Elemente der einen und der anderen *) Das „unendlich groß sein“ tritt freilich erst auf, wenn die mög- lichen Raumesrelationen zwischen den 3 Elementararten des Mecha- nischen (positives Elektron, negatives Elektron, Äther) beachtet werden; diese gibt es dann eben auch auf der Seite des Erlebten {Leib und Seele, 3. Auf!., 1923, S. 74ff.).