Kant’s Behandlung der Teleologie. 61 Und was den „Modal44 Plessner’s angeht, so ist er entweder ein Agens und dann dasselbe wie meine Ente- lechie, oder er ist ein Wort für — gegebene, hinzuneh- mende Materienkonstellation zur „Zeit44 des „Anfangs44 der Welt. Auf das zweite kommt, wie mir scheint, die wirkliche Ansicht Plessner’s hinaus. Diese Lehre aber ist, wenn man nicht die aus anderen Gründen unmögliche1) Welt- maschine von Julius Schulz annehmen will, unmöglich. Wo bleibt, um das noch einmal (s. S. 32) zu sagen, der Unterschied zwischen dem lebendigen Organismus und der — Leiche ? Stark hylozoistisch ist, vielleicht ohne sein Wissen, Plessner’s ganze Darlegung gefärbt, natürlich in phäno- menologischer Sprache. Und ganz besonders tritt dieser hylozoistische Zug — bei dem das „Zoische44 aber weder im unbewußten noch im bewußten Sinne wirkt — bei seiner Behandlung des Leib-Seele-Problems hervor. Daß plötzlich im Gange des Universum Bewußtsein da ist, ist ihm eigentlich — selbstverständlich. Gewisse Ganz- heitssysteme sind eben so, daß sie auch ihre „Innenseite44 im Sinne des Selbsterlebens, und nicht nur, wie alles Vitale, zwei „Aspekte44, die immerhin nur noch Außen- aspekte sind, haben. Ist denn das eine Lösung, ja auch nur der Versuch einer Analyse, wenn man lediglich sagt „es ist so“ ? Ge- wiß, es ist so — aber eben deshalb hatte Kartesius recht. Es geht eben nicht mit diesem Hylozoismus, mit dieser Materie, welche auch „erlebt‘4. Der Organismus ist aus veritabler Materie aufgebaut, ganz wie ein Stein; Wiegt er doch so und so viele Kilo; kann er doch stoßen, 1) Hierzu mein Aufsatz Metaphysik der Natur im Handb. d. Phil. 2. Lieferung, 1926. S. 82ff.