Die ontologische Phänomenologie. 41 Man mag über die sogenannte,, logistische“ Symbolik und ihren Nutzen für die Darstellung von Inhalten des Wissens denken wie man will, jedenfalls hat Carnap, der übrigens die übliche Sprache neben jener Symbolik verwendet, in seinem Buche Der logische Aufbau der Welt ein Werk geschaffen, dessen Lektüre eine wahre Er- quickung bildet, wenn man von dem Lesen neuester phänomenologischer Bücher herkommt. Für Carnap sind das Objekt logischer Erfassung — (eine metaphysische Erfassung, also eine echte „Er- kenntnis“ gibt es für ihn als Wissenschaft nicht) — im Grunde nur Relationen, und die Zahl der elementaren Relationsarten will er auf ein Minimum einschränken, ein berechtigtes, wenn auch von ihm zu weit getriebenes Prinzip. Die Glieder elementarer Art, zwischen denen Re- lationen bestehen, und die, wie er selbst sieht, nur in ihrem bedeutungshaften Sosein unmittelbar intuitiv erfaßt werden können, treten bei Carnap stark, ich meine zu stark, zurück, obwohl er ihr Bestehen selbstverständlich nicht übersieht, dabei ihre Zahl freilich auch sehr niedrig bemessend. Carnap ist hier der radikale Antipode der neuesten überall elementare Qualitäten sehenden Phänomenologen; sein allzugroßes „Sparsamkeits“-bedürfnis treibt ihn denn auch, wie die ganze „Wiener Schule“, dem physi- kalischen Dogmatismus in die Arme. Aber die Methode bleibt deshalb doch sehr sauber — und könnte ja ihre dogmatischen Schlacken noch abstreifen. Klar erkennt Carnap, daß alles Wissen, also auch das um „empirische“ Dinge und Sachverhalte, letzthin auf unmittelbar in seinen Gliedern und Relationen Erfaßtes „zurückgeführt“ werden muß. Darin trifft er sich mit dem, was britische Denker als Lehre vom