32 Die letzten Grundlagen der Möglichkeitserwägung. da, und jedes empirische Problem kann metaphysisch gewendet werden. Das Leib-Seele-Problem ist aber sogar dann da, wenn man, streng solipsistisch, auf jede Meta- physik verzichtet. Denn auch dann bleiben die Fragen bestehen: Wie stehen meine Erlebtheiten in ihrer Un- mittelbarkeit zu den als gleichsam selbständig gemeinten materiellen Zuständen meines als empirischer Gegen- stand gedachten Gehirns ? Wie steht es mit den Ge- schehen in diesem Gehirn ; ist es mechanisch verständlich oder nicht ? Und die eindeutige Antwort ist dann diese : Als mechanisches Geschehen kann das Hirngeschehen nicht gedacht werden; schon im Gebiete des materiellen, des Neben-Geschehens ist ein nicht-materieller Ge- schehensfaktor einzuführen, der also mit der Materie in „Wechselwirkung“ steht. Dieser Naturfaktor, die Ente- lechie in meinem Sinne, ist „parallel“ in seinem Gebahren zu dem Gebahren meiner aus anderen, nämlich rein psychologischen, Gründen gesetzten Seele, und Seele- Entelechie „von innen gesehen“ sind mein bewußtes Erleben. Wie finden sich denn unsere Problemleugner mit dem Begriff der Leiche ab? Deren Dasein zeigt doch wohl, daß „der Mensch“, so lange er lebt, sich aus Materie mit ihren Kräften und aus etwas Anderem zusammensetzt. Darauf kommen wir zurück. Wahrlich, der nüchterne „Behaviorismus“ der Nord- amerikaner ist uns lieber als die neueste, das Leib-Seele- Problem abschaffende „Phänomenologie“. Er ist zwar meist im Sinne des Mechanismus dogmatisch gebunden; aber er ist als Methode logisch sauber. Er weiß, daß man unmittelbar den „anderen“ Organismus, auch den ande- ren Menschen, nur als bewegtes materielles System stu- dieren kann, so daß also auch die „Kulturwissenschaft“