14 Die Möglichkeitserwägung. hier ergeben, und man habe den Mut, sie zu sehen, auch wenn sie recht „unmodern“ sind. Wer z. B. den psycho- mechanischen Parallelismus abweist, der muß sich sagen, daß damit das Seelische als Ens eigener Art gesetzt ist, und muß sich fragen: was heißt denn das ? Und wer sich für den Yitalismus entschieden hat, der muß sich, wenn er logisch gewissenhaft ist, nun weiter fragen, wie denn seine Entscheidung etwa zum Energieprinzip und auch zur Kategorienlehre stehe. Unterläßt er solche Fragen, so ist sein Yitalismus so gut wie wertlos. 4. Die Besonderung des Möglichen. Es kommt jetzt, nachdem alles bloß Vorbereitende er- ledigt ist, der eigentliche Kern der Frage nach dem Mög- lichen. Die allgemeinsten Wesen und Wesenszusammenhänge sind (in Form „synthetischer Urteile apriori“, wenn man so will1) erfaßt. Sie gehen auf sehr allgemeines. Welche Besonderheiten sind im Rahmen des All- gemeinen möglich ? Das ist die Frage, auf die schließlich alles hinzielt. Hier zunächst wieder als Beispiel meine Kausalitäts- lehre2). Was „kausal fassen“ heißt, ist festgelegt. Ebenso was „geschehen“ heißt, und wie allein Geschehen ge- geben sein kann. Dann ergeben sich vier „mögliche“ Ge- schehensformen in der Natur, falls überhaupt Kausali- tät in Frage kommt. Kommt sie in Frage, so ist freilich alles Weitere nun rein begrifflich, „aprioristisch“, ist „erweiterte Geometrie“. Und es wird ein Damm gegen allen Dogmatismus, den mechanischen zumal, gebaut. *) Der Kausalitätssatz ist also nach obigen kein solches Urteil, wohl aber der Substanzsatz. 2) S. o. Seite 8.