— 37 — geförderte Kohle muß in großen Haufen auf die Halde geschmissen werden(Stenogr. Bericht, Sp. 2461.) Es ist falsch, auf der einen Seite von der staatlichen Bergwerksver ­ waltung alle möglichen vom kapitalistischen Standpunkt des Saarbergbaues aus schädliche Rücksichten auf das Inland, die inländische Industrie, kleine Händler und Genossenschaften usw. zu fordern und gleichzeitig vom Saarberg ­ bau eine Verzinsung zu verlangen, wie sie nur ein rücksichtlos nach kapitalistischen Grundsätzen geleiteter Betrieb bringen kann. Trotz seiner Rücksichtnahme auf die Allgemeinheit ist der staatliche Berg ­ bau an der Saar nicht unrentabel, er rentiert sich sogar recht gut. Leider fehlt uns eine genaue und, zuverlässige Nachweisung der Höhe des im Saarbergbau angelegten Kapitals. Auch in den Materialien, die dem Abgeordnetenhause zugehen, findet sich eine solche nicht. Wir können deshalb auch nicht einfach glatt ausrechnen, mit wieviel Prozent sich dieses verzinst. Bei der zweiten Be ­ ratung des Etats der Berg-, Hütten- und Salinenverwaltung für das Jahr 1909 wurde in der 33. Sitzung des Hauses der Abgeordneten am 17. Februar 1909 vom Berichterstatter Herrn Abg. Stengel (Staßfurt) aber auch diese Frage berührt. Er führte dazu aus: „Die Staatsregierung hat uns auch in der Kommission mitgeteilt eine Aufstellung, wie sich die Rentabilität der staatlichen Werke gestaltet. Demnach stellt sich der Kapitalwert auf im ganzen etwas über 291 Millionen Mark. Hierbei ist angenommen als Kapitalwert der Wert des Grund und Bodens, der Wert der Gebäude, der Betriebsanlagen und der Wert der Geräte, und dann der Kapitalwert derjenigen Kohlenfelder, die vom Staate angekauft sind. Sie sind mit dem dafür bezahlten Kapital eingestellt und werden allmählich amor ­ tisiert. Ebenso werden alljährlich abgeschrieben von den anderen Anlagen: bei massiven Gebäuden 1 Prozent, 2 Prozent von Fachwerkgebäuden und 10 Prozent von den Maschinen. Durch frühere Reservationen oder auch durch Mutungen erworbene Felder werden mit einem Kapitalwert nicht eingesetzt, ebensowenig die Herstellung der Schächte und die unter ­ irdischen Anlagen. Nach der Berechnung, die auf diese Basis gestellt worden ist, rentiert sich der staatliche Bergbau mit etwa 9\' 4 Prozent(Stenogr. Bericht der 33. Sitzung am 17. Febr. 1909.) Verschiedentlich wurde bemängelt, daß nicht auch der Kapitalwert der ­ jenigen Kohlenfelder, die durch frühere Reservationen oder Mutungen erworben, in die Bilanz eingestellt und mit der Berechnung des Zinsertrages zu Grunde gelegt sind. Man kann aber doch gegen den Grundsatz nichts einwenden, daß man Vermögensobjekte, die dem Staate nichts gekostet haben, nicht mit einem, gewissen Betrage in die Vermögensaufstellung einstellt. Abgesehen davon, daß der Wert der Gerechtsame doch nur durch Schätzungen und deshalb nicht zuverlässig zu ermitteln ist. Mehrfach ist auch schon verlangt worden, die Schachtanlagen und, die unterirdischen Anlagen sollten ebenfalls mit ihrem Werte in die Vermögens- aufStellung einbegriffen werden. Von dem. hier angelegten Kapital kann man aber doch kaum noch besondere Zinsen verlangen. Denn die genannten Anlagen wurden in früheren Jahren unter den laufenden Ausgaben gebucht, sind also damals von den Überschüssen in Abzug gebracht. Besondere Kapitalien, die eine Verzinsung und Amortisation verlangen können, sind in diese Anlagen nicht hineingesteckt. Würde für solche Anlagen eine Anleihe auf genommen oder durch eine Vermehrung des Aktienkapitals das dafür notwendige Geld beschafft, so müßte selbstverständlich ein solches werbend angelegtes Kapital sich verzinsen und amortisieren und bei der Zinsberechnung berücksichtigt werden. Hier und da begegnet man gar der Auffassung, die Erträge des Staats ­ bergbaues könnten überhaupt nicht oder nur zum geringsten Teile als Gewinn angesehen werden, sie seien ja nur eine Entschädigung für den durch die För ­ Der Saarberg ­ bau ist nicht unrentabel.