26 Natürliche geologische Verhältnisse, W echsel zwischen Aus- und Vor ­ richtungsarbeiten Natürliche Ver ­ hältnisse sind auf den Saar ­ gruben nicht gleich. Samtbelegschaft von 221 auf 210 Tonnen zurückgeht, ist bei Klasse A eine bedeu ­ tende Steigerung der Durchschnittstonnenförderung zu verzeichnen. Auch die natürlichen Verhältnisse bringen im Bergbau, selbst eines Revieres, eine Schivankung in der Durchschnittsförderung und eine verschieden hohe Förderung auf den einzelnen Gruben mit sich. Die Flözstärke ist recht verschieden. Ebenso auch die Festigkeit und die Verarbeitungsmöglichkeit der Kohle und des Nebengesteins. Auch im Saarrevier. Genügend klar zeigt das die Arbeit des Königlichen Bergrats Nasse ,,Geologische Skizze des Saarbrücker Steinkohlen- gebirges“ im Band 32 der amtlichen Zeitschrift für Berg-, Hütten- und Salinen- wesen. (Abt. B. S. 1. f.) Nicht selten werden die schönsten Berechnungen der Grubenverwaltungen durch nicht vorherzusehende Änderungen in den Flözver ­ hältnissen umgestoßen. Der in jedem Grubenbetriebe unvermeidliche Wechsel zwischen den Aus- und Vorrichtungsarbeiten und dem eigentlichen Abbau bringt ebenfalls Schwan ­ kungen in der Durchschnittstonnenförderung mit sich. Es müssen beim Gruben ­ betriebe, um Kohlen gewinnen zu können, viele unproduktive Aus- und Vor ­ richtungsarbeiten gemacht werden. Die Beschäftigung zahlreicher Arbeiter mit solchen Arbeiten wirkt ungünstig auf die Durchschnittsförderung pro Kopf der Gesamtbelegschaft ein, während die starke Belegung der Abbauarbeiten die ent ­ gegengesetzte Wirkung hat. Durch den Wechsel zwischen den Aus- und Vorrich ­ tungsarbeiten und dem, eigentlichen Abbau kann trotz gleichbleibenden Fleißes und gleichbleibender Arbeitsleistung der Arbeiter eine außerordentlich große Verschiebung in der Durchschnittstonnenförderung eintreten. In der Regel werden, wie schon angeführt, in Zeiten schlechteren Geschäftsganges mehr die Aus- und Vorrichtungsarbeiten und bei starker Nachfrage nach Kohlen mehr die Abbauarbeiten betrieben; die Folge ist meist ein Steigen der Durchschnitts ­ tonnenförderung bei einsetzender Hochkonjunktur. Eine solche ist trotz Hoch ­ konjunktur nach 1888 im Saarrevier nicht erfolgt. Damals traf aber die gün ­ stige Konjunktur zusammen mit dem ersten großen Streik im Jahre 1889 und der dann erfolgenden starken Herabsetzung der Arbeitszeit, worauf die Werke nicht eingerichtet waren. In den dem Preußischen Abgeordnetenhause zugegangenen Nachrichten von dem Betriebe der unter der preußischen Berg-, Hütten- und Salinenver ­ waltung stehenden Staatstoerke während des Etatsjahres 1908 wird der Einfluß des Wechsels zwischen Abbau und Vorrichtungsarbeiten recht deutlich gekenn ­ zeichnet und zu diesem Punkte gesagt: ,,Außerdem ist zu berücksichtigen, daß seit Beginn des Jahrhunderts an die Leistungs ­ fähigkeit der staatlichen Steinkohlenbergwerke an der Saar und in Oberschlesien außerge ­ wöhnlich hohe Anforderungen gestellt worden sind, die zu einer stärkeren Belegung der Abbaue zwangen. Seitdem der Rückgang der Konjunktur eingesetzt hat, müssen daher die Aus- und Vorrichtungsarbeiten wieder in größerem Umfange betrieben werden, wodurch naturgemäß die eigentliche Kohlengewinnung beeinträchtigt wird.“ Da die natürlichen Verhältnisse in den verschiedenen Gruben nicht gleich sind, so kann auch die Höhe der Durchschnittstonnenförderung nicht gleich sein. Ebenso ist ein gleichmäßiges Schwanken der Höhe der Durchschnitts ­ förderung nicht immer möglich. Im Saarrevier waren die Ergebnisse in den ver ­ schiedenen Inspektionen auch recht verschieden. Sowohl in den einzelnen Jahren wie auch im Durchschnitt der letzten 2l Jahre. Folgende Tabelle über die in den einzelnen Jahren auf den Kopf der mittleren Belegschaft entfallende Fördermenge in Tonnen zeigt das: Es wurden gefördert pro Kopf der mittleren Belegschaft einschließlich der Aufsichtsbeamten und Pferdeknechte jedoch ausschließlich der Gießereiarbeiter: