22 Gründe für die Schwankungen in der Durch ­ schnittstonnen ­ förderung. Die Verteilung der Belegschaft auf die verschiedenen Arbeiterklassen hat sich geändert. wendete Arbeitskraft, Arbeitsfähigkeit und Arbeitswilligkeit — sei zurückge ­ gangen, zum mindesten jeder Beweiskraft entbehrt. Im Saarbergbau entwickelten sich die Produktion, die Zahl der Arbeiter und der verfahrenen Schichten sowie die Förderung pro Kopf wie in der vor ­ stehenden Tabelle, deren Zahlen der der amtlichen Zeitschrift für Berg-, Hütten- und Salinenwesen entnommen sind, angegeben ist. Die Förderung pro Kopf der Belegschaft war, wie die Tabelle zeigt, in den einzelnen Jahren verschieden hoch, die Förderzahlen weisen nach dieser Richtung hin außerordentlich große Schwankungen auf. Eine allbekannte Er ­ scheinung, die aber nicht durch die Arbeiter bezw. deren größere oder geringere Leistungsfähigkeit und Leistungswilligkeit in den einzelnen Jahren hervor ge ­ rufen wird. Die Schwankungen sind vielmehr in der Natur des Bergwerks ­ betriebes begründet. Bei eintretender Hochkonjunktur ist fast immer eine erheb ­ liche Steigerung der Durchschnittstonnenförderung zu verzeichnen. Dauert die Hochkonjunktur längere Jahre, so läßt die Durchschnittstonnenförderung nach. Mehr noch bei niedergehender Konjunktur. Hierfür ist die Erklärung sehr einfach. Bei eintretender Hochkonjunktur verlegt man sich mit aller Macht auf die Kohlengewinnung. Die Vorrichtungs ­ arbeiten werden soweit wie möglich eingestellt und die eigentlichen Gewinnungs ­ arbeiten um so stärker betrieben. Dazu werden vielfach Überschichten verfahren: die Arbeitszeit wird, wenn möglich, verlängert oder doch recht stark ausgenutzt und außerdem werden alle Nebenarbeiten nach Möglichkeit beschränkt und die hiermit beschäftigten Arbeiter zur Kohlengewinnung verwandt. Da muß ja die Durchschnittstonnenförderung steigen. Andererseits wirkt die V er Wendung der mit der Kohlengewinnung weniger vertrauten Arbeiter und die Einstellung von völlig bergfremden Arbeitern wieder ungünstig auf die Durchschnittsförderung ein. Es kommt aber trotzdem eine ,,Mehrleistung“ heraus, obwohl in Wirklichkeit die mit der Kohlengewinnung beschäftigten Arbeiter im Durchschnitt oft nicht mehr leisten, iveil eben hier viele ungeübte Arbeiter mit durch geschleppt werden müssen. Hält die Hochkonjunktur längere Zeit an, so geht die Durchschnitts ­ tonnenförderung wieder zurück, weil wieder mehr Vorrichtungsarbeiten not- ivendig sind. Die Unternehmerpresse schreibt dann selbstverständlich, das sei eine Folge der höheren Löhne und der größeren Faulheit der Arbeiter. Bei ein ­ tretender Krise wird wieder ein großer Teil der Arbeiter zu Vorrichtungsarbeiten verwandt, die Über schichten fallen weg, die in der Hochkonjunktur vielfach zurückgebliebenen Nebenarbeiten werden nachgeholt, von den Hauern werden wieder mehr Nebenarbeiten verlangt usiv. Die Durchschnittstonnenförderung muß jetzt wieder zurückgehen, ohne daß die Arbeiter fauler werden. Diese Erscheinung ist auch beim staatlichen Bergbau im Saarrevier zu verzeichnen. Auch hier finden wir eine Steigerung der Durchschnittstonnen ­ förderung in der zweiten Hälfte der 1880er Jahre, als die Konjunktur anzog. Ebenso von 1895 bis 1898 und nach 1902. Ein klares Bild gibt die vorstehende Tabelle mit ihren Durchschnitts- berechnungen aber nicht. In der in Betracht kommenden Zeit hat sich nämlich die Verteilung der Belegschaft auf die einzelnen Arbeiterklassen wesentlich ge ­ ändert. Die Belegschaft verteilte sich in folgender Weise auf die einzelnen Klassen: Es betrug der Anteil der einzelnen Gruppen an der Gesamt ­ belegschaft :