— 21 — bergbau fast überall nur in geringerer Teufe betrieben. Heute muß die Kohle durchweg in großen Teufen unter Anwendung langwieriger und kostspieliger Aufschlußarbeiten gewonnen werden. Auf der einen Seite sind dann die Erfindung und Aiisnutzung der Maschinen, die zahlreichen technischen Erfindungen und Verbesserungen der Vergrößerung der Durchschnittstonnenleistung günstig und auf der anderen Seite üben viele mit zunehmender Entwicklung und größerer Gefährlichkeit des Bergbaues notwendig gewordene N ebenarbeiten — wir nennen hier nur den Transport der Kohle, Bewetterung, Berieselung und Bergeversatz, die mit größerer Teufe zunehmende Hitze, die durch die gewaltige Ausdehnung des Bergbaues erzwungene Einstellung großer Massen ungeübter Arbeiter, der Beschäftigung vieler Arbeiter bei der Gewinnung von Nebenprodukten usw. — einen ungünstigen Einfluß auf die Durchschnittstonnenförderung aus. Ein Vergleich der in den verschiedenen Jahren auf den Kopf der Beleg ­ schaft entfallenden Fördermenge zwecks Beurteilung der Leistung der Arbeiter in den einzelnen Jahren kann nur mit großer Vorsicht unternommen werden, weil eben die Förderung nicht nur von der aufgewendeten menschlichen Arbeitskraft abhängt und weil weiterhin nicht alle Arbeiter bei der Kohlengewinnung be ­ teiligt sind und auch der Prozentsatz der für die Kohlengewinnung in Betracht kommenden Arbeiten an der Gesamtbelegschaft nicht immer derselbe ist. In den letzten Jahren sind nun diese Zahlen für das Saarrevier zweimal wissenschaftlich untersucht, zuerst von Dr. Alfred Bosenick l ) und dann noch einmal eingehender von Dr. Ludwig Nieder.' 1 ) Beide Untersuchungen zeigen, das sei hier vorweg bemerkt, daß die Behauptung, die Leistung, — d. h. die aufge- Jahr Förderung t Zahl der Arbeiter Im ganzen verfahrene Schichten Pro Kopf verfahrene Schichten Förderung pro Jahr t Entwickelungder , Produktion, Ar- pr° Kopf beUerzahh Zahl der Schichten u. pro Schicht Förderung pro t Kopf im Saar- 1886 5 822 010 25 739 7 009 483 284 226 0,830 Crg aU ' 1887 5 973 068 25 269 6 863 315 283 236 0,870 1888 6 238 191 24 402 7 044 511 289 256 0,886 1889 6 083 514 25 666 7 402 343 288 237 0,822 1890 6 212 540 27 528 8 099 128 294 226 0,767 1891 6 389 960 28 897 8 447 211 292 221 0,756 1892 6 258 890 29 823 8 416 568 282 210 0,744 1893 5 883 177 27 536 7 544 148 274 214 0,780 1894 6 591 862 30 070 8 537 175 284 219 0,772 1895 6 886 098 30 531 8 691 261 285 226 0,792 1896 7 705 671 32 396 9 538 614 294 238 0,808 1897 8 258 404 34 248 10 085 126 294 241 0,819 1898 8 768 582 35 856 10 700 054 298 245 0,819 1899 9 025 072 38 049 11 207 967 295 237 0,805 1900 9 397 253 40 303 11 822 059 293 233 0,795 1901 9 376 023 41 923 12 345 184 294 224 0,759 1902 9 493 667 42 036 12 399 577 295 226 0,766 1903 10 067 337 43 811 13 020 041 297 230 0,773 1904 10 363 720 44 949 13 296 829 296 231 0,779 1905 10 638 560 45 737 13 421 104 293 233 0,793 1906 11 131 381 47 891 14 154 440 296 232 0,786 1907 10 693 314 48 895 14 412 548 295 219 0,742 1908 11 070 647 49 998 14 638 931 293 221 0,756 1909*) 11 063 637 51 788 14 860 156 287 214 0,745 x ) Dr. Alfred Bosenick: Über die Arbeitsleistungen beim Steinkohlenbergbau in Preußen, Stuttgart und Berlin. 1906. 2 ) Ludwig Nieder: Die Arbeitsleistung der Saarbergleute, Stuttgart und Berlin. 1909. 3 ) Ausschließlich 10 299 t Steinkohlen, die auf Tongruben mit deren Arbeitern und 1346 t, die nicht von Bergarbeitern geivonnen wurden.