12 Vergleich der Lohnentwicklung für Klasse A. Ein Vergleich der Lohnentwicklung f ür die in der amtlichen Statistik unter Klasse A geführten eigentlichen Bergarbeiter zeigt ebenso deutlich das Zurückbleiben der Löhne im staatlichen Bergbau an der Saar. Klasse A verdiente Die Klasse A erhielt also tmSaar- Jahr im Saarrevier im Oberb. Dortmund bei Aachen revier mehr + oder weniger — wie XÄXIS II pro Schicht Mk. pro Jahr ' Mk. pro Schicht Mk. pro Jahr Mk. pro Schicht Mk. pro Jahr Mk. pro Schicht Mk. pro Jahr Mk. < pro Schicht Mk. pro Jahr Mk. 1888 3,06 885 2,96 936 — — +0,10 - 51,0 — — 1889 3,44 976 3,42 1028 3,05 913 +0,02 — 52,0 +0,39 + 65,0 1890 4,09 1180 3,98 1183 3,42 991 +o,n - 3,0 +0,61 +189,0 1891 4,21 1212 4,08 1217 3,56 1062 +0,13 — 5,0 +0.65 +150,0 1892 4,23 1167 3,87 1120 3,28 951 +10.36 + 47,0 +0,95 +216,0 1893 3,83 1021 3,71 1084 3,18 920 +0,12 — 63,0 +0,65 +101,0 1894 3,68 1020 3,73 1102 3,15 925 —0,05 — 82,0 +0,53 + 95,0 1895 3,70 1030 3,75 1114 3,20 951 —0,05 — 83,0 +0,50 + 79,0 1896 .3,73 1079 3,90 1203 3,30 991 —0,17 —124,0 +0,43 + 88,0 1897 3,80 1101 4,32 1328 3,57 1068 —0,52 —227,0 +0,23 + 33,0 1898 3,90 1146 4,55 1387 3,74 1121 —0,65 —241,0 +0,16 + 25,0 1899 3,99 1158 4,84 1491 3,93 1185 —0,85 —333,0 +0,06 — 27,0 1900 4,11 1193 5,16 1592 4,45 1346 —1,05 —399,0 —0,35 —153,0 1901 4,09 1191 4,98 1447 4,34 1298 —0,89 —256,0 —0,25 —107,0 1902 4,07 1189 4,57 1314 4,22 1235 —0,50 —125,0 —0,15 — 46,0 1903 4,12 1213 4,64 1411 4,26 1265 —0,52 —198,0 —0,14 — 52,0 1904 4 22 1230 4,78 1415 4,39 1276 —0,56 —185,0 —0,17 — 46,0 1905 4,29 1239 4,84 1370 4,60 1339 -0,55 —131,0 —0,31 —100,0 1906 4,40 1283 5,29 1664 4,96 1484 —0,89 —381,0 —0,56 —201,0 1907 4,57 1330 5,98 1871 5,28 1599 -1,41 —541,0 —0,71 —269,0 1908 4,63 1333 5,86 1766 5,17 1532 —1,23 —433,0 —0,54 —199,0 1909 4,51 1273 5,33 1556 5,01 1456 —0,82 —283,0 —0,50 —183,0 1910 1. Viertelj. 4,46 5,29 5,00 —0,83 —0,54 2. Viertelj. 4,47 5,33 5,04 —0,86 —0,57 3. Viertelj. 4,49 5,40 5,15 —0,91 —0,66 Von der stetigen Lohnpolitik der Bergverwaltung hatten die Arbeiter, wie die Tabellen zeigen, hauptsächlich den „Vorteil“, daß sie von den Zeiten der Hochkonjunktur keinen wesentlichen Nutzen hatten. Die Löhne ivurden immer auf einer recht bescheidenen Höhe gehalten. Sie entwickelten sich im Saarrevier auch nicht annähernd, so günstig wie im Oberbergamtsbezirk Dortmund und bei Aachen. Hierbei verdient besonders erwähnt zu iverden, daß auch im Ober ­ bergamtsbezirk Dortmund staatliche Gruben sich befinden, deren Arbeiter an den besseren Löhnen Teil hatten, obwohl die Gruben nicht wie im Saarrevier mit Gewinn arbeiten, sondern Zubusse erfordern. Es ist ja wohl ganz schön, wenn auch die Arbeiter ein sich möglichst gleichbleibendes Einkommen haben und nicht plötzliche und erhebliche Schwankungen in der Einnahme der Arbeiterfamilien Vorkommen. Notwendig ist dann aber auch, daß die Preise für die Lebensbe ­ dürfnisse auch stetig bleiben, soll die Lebenshaltung der Arbeiterfamilien auf einer möglichst gleichmäßigen Stufe bleiben. In der Praxis aber herrscht ein auf und nieder in den Preisen für die Lebensmittel. Nicht selten sind sie in den Zeiten der Hochkonjunktur, wenn allenthalben das Geld flotter rollt, am teuersten. Abgesehen von den Schwankungen sind die Preise für die Lebensbedürfnisse in den letzten Jahrzehnten recht erheblich gestiegen. Auch die Bedürfnisse sind gewachsen. Sie konnten wachsen und in weiten Kreisen unseres Volkes auch befriedigt werden.