4 Entwicklung des Staatsbergbaues im Saarrevier. *-1 rbeiterverhält - niss einheitlich geregelt. Geivinnung und U nterbringung der A rbeitskräfte. Zur Qeschichte des ^Bergbaues im Saarrevier und seiner ZLrbeiterverhältnisse. Der Steinkohlenbergbau des Saargebiets hat trotz seines Alters erst ver ­ hältnismäßig spät eine größere Bedeutung erlangt. Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts begann hier eine planmäßige bergmännische Gewinnung der Steinkohle, die sich aber bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts in den Grenzen des Kleinbetriebes hielt. Mit der Entstehung und Entwicklung der Eisenbahnen und dem allgemeinen gewerblichen Aufschwung entwickelte sich dann der Sctar- bergbau zu einer bedeutenden Großindustrie. Ein besonderes Gepräge erhielt der Saarbergbau durch den Umstand, daß für den ,, Hauptteil seines Gebietes die früheren Landesherren kraft ihres Regalitätsrechtes die Steinkohle, unter Ausschließung der allgemeinen Bergbaufreiheit, sich selbst Vorbehalten und auch seit der Mitte des 18. Jahr ­ hunderts tatsächlich deren Gewinnung in eigene Hand genommen hatten. In ­ folgedessen befindet sich denn auch heute noch der Saarbrücker Steinkohlen ­ bergbau der Hauptsache nach in staatlichem Besitze und demgemäß unter ein ­ heitlicher Leitung“ J ) Zum größten Teile gehören die Gruben dem preußischen Staat, ein geringerer Teil dem bayrischen. Während der französischen Herr ­ schaft (1793—1815) und unter Geltung der nach Beseitigung der Fremdherrschaft auf dem linken Rheinufer bis 1865 in Kraft gebliebenen französischen Berg ­ gesetzgebung sind aber auch mehrere Privatberechtigungen zur Gewinnung von Steinkohlen erteilt. Eine größere Bedeutung erlangten von ihnen nur die 1804 verliehene Grube Hostenbach und erst in neuerer Zeit die Privatgruben auf lothrin ­ gischem und bayrischem Gebiete. Die größte Bedeutung hat aber nach wie vor unser Staatsbergbau. Seine Steinkohlenförderung betrug: im Jahre 1820 101 337 Tonnen im Jahre 1880 5 211 389 Tonnen „ „ 1840 382 453 „ „ „ 1900 9 397 253 „ „ 1860 1 955 961 „ „ „ 1909 11 063 637 Entsprechend der einheitlichen Leitung des Bergbaues im Saarrevier sind hier seit langem die Arbeiterverhältnisse einheitlich geregelt. Schon vor der Besitznahme des Saargebietes und seines Bergbaues durch Preußen. Unter preußischer Verwaltung wurde die einheitliche Regelung der Arbeiterverhältnisse beibehalten und weiter ausgebildet. Auch nach der Einführung der neueren Berggesetzgebung blieb im staatlichen Bergbau alles recht eingehend reglementiert. Besondere Schwierigkeiten machte der Verwaltung des Staatsbergbaues an der Saar zeitweise die Gewinnung und Unterbringung der mit der Ausdehnung des Bergbaues notwendig werdenden Arbeitskräfte. Die Zahl der im staatlichen Bergbau an der Saar beschäftigten Arbeitskräfte stieg in folgender Weise: Jahr A rbeiterzahl - ) Jahr Arbeiterzahl <i ) 1820 847 1870 15 662 1830 1 245 1880 22 918 1840 2 489 1890 24 904 1850 4 580 1900 40 546 1860 12 159 1909 51 788 Das steigende Bedürfnis nach Arbeitskräften im Bergbau veranlaßte die früher meist ackerbautreibende Bevölkerung des Saargebiets, sich immer mehr dem Bergbau zuzuwenden. Die ansässige Bevölkerung konnte aber den steigenden Bedarf an Arbeitskräften nicht decken und war deshalb die Bergbehörde mehrfach 1 ) A. Haßlacher: Der Steinkohlenbergbau des Preußischen Staates in der Um ­ gebung von Saarbrücken. Berlin 1904, II. Teil, Einleitung. 2 ) Einschließlich der Aufsichtsbeamten.