Full text : 1910 (0011)

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zieht arbeitslos im Lande umher und läßt sich, obwohl er noch im
Stande wäre durch entsprechende Beschäftigung für seinen Unterhalt
zu sorgen, von fremden Armenpflegen Unterstützungen geben und auf
Kosten seiner Heimatgemeinde in Krankenhäusern verpflegen.
Nickel ist Witwer und hat zwei Kinder, die sich im Unterhalte
seiner Eltern in Kusel befinden und um die er sich nicht kümmert.
Die Armenpflege Oberweiler-Tiefenbach lehnt den Ersatz der für
Nickel aufgewendeten Unterstützungskosten, soweit nicht dringende
Faͤlle- — Notfälle — in Frage kommen, ab. Sie bittet dem Genannten
Unterstützungen zu verweigern und ihn geeigneten Falles, wegen Bettel
und Landstreicherei zu beanzeigen.
Königliches Bezirksamt:
J. V.
Littig.

N90090 D.

Homburg, den 28. November 1910
Zirkular M 233.

Betreff:
Unterstützungsunwürdige.
Der Tagloöͤhner Isidor Michel, geboren am 80. August 1886
in Roͤttbach, Vezirksamis Marktheidenfeld, katholisch, ledig, behei—
matet in Röttbach, treibt sich in lehter Zeit im Launde umher und
hat wiederh oht Armenpflegen unnötig und vermutlich auch in
schwindelhafter Weise in Anspruch genommen.
Die Armenpflege Roͤttbach verweigert, abgesehen von dringenden
Notfällen, den Ersatz von Unterstützungen an den Genannten und
ersucht, den Michel der 'gerichtlichen Bestrafung und, möglicherweise
der Ueberweisung an die Landespolizejbehörde zuzuführen.
Königliches Bezirksamt:
Littig.
            
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