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AMr. 6478 D.
domburg, den 18. Auguj 810.
Zirkular M 157.
An die Bürgermeisterämter und
k. Lokalschulinspektionen des
Bezirks.
Betreff:
Verbreitung schädlicher Lektüre unter
der schulpflichtigen Jugend.
Nachstehend folzt Abdruck einer Regierungsentschließunz vom
12. Ufd. Mts. Nro. 25080 8 mit dem Auftrage, das Lehrpersonal
und die Polizeiorgane entsprechend zu verständigen.
Wahrnehmungen über versuchte oder bereits geschehene Verbreitung
der „Arbeiterjugend“ unter Schülern sind sofort anher mitzuteilen.
Bei der Beratung des Kultusetats in der Kammer der Abge—
ordneten ist im Zusammenhange mit der allgemeinen gebilligten
Forderung, Parteipolitik jeder Art von der Jugenderziehung in den
Volksschulen und Fortbildungsschulen ferne zu halten, nachdrück—
lich auf die Gefahren hingewiesen worden, die der heranwachsen—
den Jugend durch die Verbreitung der im Verlage der Buchhandlung
Vorwärts in Berlin erscheinenden Halbmonatschrift „Arbeiterjugend“
drohen. Dabei ist mehrfach betont worden, daß jene Schrift den
Erziehungsgrundsätzen der Volksschule auf religiösem, sittlichem und
sozialem Gebiete systematisch entgegenarbeite. Der K. Staatsminister
des Innern für Kirchen- und Schulangelegenheiten konnte, ohne von
irgend einer Seite Widerspruch zu finden, feststellen, daß in der
„Arbeiterjugend“ ein Ton rücksichtslosester Verhetzung und Verspottung
angeschlagen werde, der in den jugendlichen Köpfen schweres Unheil
anrichte.
Da schon mehrfach versucht worden ist, die „Arbeiterjugend“