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bezüglich deren festgestellt war, daß diese Erkrankungen nur eine Nach-—
wirkung einer erst durchgemachten Scharlacherkrankung war und daß diese
Kinder während der ganzen Zeit ihrer Erkrankung die Schule besucht
hatten.
Es scheint demnach, daß von manchen Eltern und auch Lehrern
dem Wohlbefinden der Kinder nicht immer eine genügende Aufmerk—
samkeit gewidmet wird. Nachstehend folgt ein Gutachten des k. Be—
zirksarztes zur genauen Beachtung.
Was die Erkenn ung des Scharlachs anbetrifft, so ist der—
selbe im Allgemeinen schwerer zu erkennen, als die Masern; während
die letzteren den Ausschlag zuerst im Gesichte bilden, sodaß derselbe
sofort bemerkt werden kann, entsteht der Ausschlag des Scharlachs
nicht im Gesichte, sondern meist auf Brust und Rücken, von wo er
sich über den ganzen Körper ausbreitet, meist bleibt das Gesicht frei,
sodaß der Beginn der Erkrankung dem Laien nicht selten entgeht.
Charakteristisch für den Scharlach ist die entzündliche Schwellung im
Rachen, die scharlachrote Zunge (sie sieht aus wie eine Himbeere mit
ihrer warzigen Oberflaͤche), sowie starke Rötung im Rachen. Es
gibt aber auch Scharlachfälle ohne Ausschlag, aber Mandelschwellung
ist auch in diesen Fällen vorhanden.
Es ist begreiflich, daß in Familien, wo man sich um das Wohl
und Wehe der Kinder wenig kümmert, Scharlacherkrankungen über—
sehen werden können; denn auf andere Symptome: Kopfweh, Fieber ꝛc.
wird wenig gegeben.
Für das Lehrpersonal ist es z. Z.einer Scharlachepidemie
(auch während einer Diphterieepidemie) notwendig, die Kinder zu be—
fragen, ob sie an Hals- oder Schluckbeschwerden leiden;
solche Kinder leiden dann wahrscheinlich an den Vorläufern der
Krankheit; sie sind sofort nach Hause zu schicken, mit der Weisung,
daß womöglich ein Arzt zu Rate gezogen werde. Auch Kinder,
die über Kopfschmerzen klagen, die heiße Wangen und Hände haben
oder deren Augen fiebrig glänzen, sind heim zu schicken. Auch stark
geroͤtete Zunge ist verdächtig auf Scharlach. Daß Kinder, die am