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wird, wenn vorher noch gesunde Tiere mit dem sogenannten Wurf
hineinzuliegen kommen.
Der Nachteil, der durch die Krankheit verursacht wird, besteht
darin, daß viele Tiere nicht trächtig werden, also oft umrindern,
ferner viele Tiere im 3., 5. oder 7. Monat verkalben und daß bei
letzteren nicht selten die Nachgeburt zurückbleibt.
Die Verluste, die dadurch der viehzuchttreibenden Bevölkerung
entstehen, sind nicht zu berechnen — jeder mag sie sich selbst ausmalen.
Nur nebenbei sei erwähnt, daß außerdem der Milchertrag bei
Tieren, die verwerfen, erheblich herabgesetzt wird und daß in Ge—
meinden, wo die genannte Seuche heimisch ist, viele Kälber verenden.
Die Seuche ist erkennbar durch Untersuchung der Scheide.
Das Innere der Scheide ist im gesunden Zustande glatt, glänzend,
hellresa. Veim Scheidenkatarrh zeigt sich daselbst anfangs höhere
Rötung, Schwellung und schleimigeiteriger Belag. Dann treten gries—
korn- bis stecknadelkepfgroße Knötchen von dunkelroter Farbe auf, die
dicht nebeneinander stehen und scharf von ihrer Umgebung absiechen;
von weitem sehen diese Knötchengruppen wie samtartige Inselflächen
bezw. wie landkartenähnlich aus.
Man untersucht die Tiere, indem man mit Daumen und
Zeigesinger beider Hände die Schamlippen auseinander hält und so
das Innere der Scheide der Besichtigung zugänglich macht.
Behandlung. Tiere, die infolge des Scheidenkatarrhes ver—
kalbt und sich nicht gereinigt haben und außerdem eiterigen Ausfluß
noch längere Zeit nach der Frühgeburt zeigen, sind von Behandlung
und Zucht am besten auszuschließen. Sie sind von den andern
Tieren getrennt aufzustellen zum mindesten so, daß der Jaucheabfluß
nicht zu den Gesunden gelangen kann. Nach dem Verkauf an den
Metzger sind die bett. Standplätze mit heißer Sodalauge gründlich zu
säubern.
Leichter erkrankte Tiere werden am besten mit Vaginalkugeln
in der Weise behandelt, daß in den ersten 6 Tagen täglich eine Kapsel
mit den Fingern in die Scheide geschoben wird, in den folgenden 10 Tagen