Full text : 1908 (0009)

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zahl von Lebensmitteln im heimischen Betriebe der Schülerinnen er—
zeugt wird und somit billiger eder doch in besserer Beschaffenheit zu
haben ist, als in der Stadt.
Im Kleinbesitz, dem in der Pfalz etwa 8/, aller landwirtschaft⸗
lichen Betriebe und gar viele sonstige Gewerbetreibende angehören,
wird von der Führung des Haushalts die wirtschaftliche Seite des
Betriebes naturgemäß sehr stark berührt.
Nächst den Bezirksämtern sind es vor Allem die Bürgermeister,
von denen erwartet werden darf, daß sie dem Haushaltungsunterricht
in ihren Gemeinden die Wege ebenen.
Wie bei ihnen ohne Zweifel das volle Verständnis für den
Wert der Sache zu finden sein wird, so sind sie auch durch ihre
Stellung besonders berufen und befähigt die Interessenten-Kreise da—
für zu gewinnen und zur Bereitstellung der erforderlichen Räum—
lichkeiten und Geldmittel behilflich zu sein.
Zur Unterstützung der Verwaltungsbehörden in diesen Bestre—
bungen erscheinen aber auch die Geistlichen und Lehrer in hervor—
ragendem Maße berufen.
Denn abgesehen von der materiellen Fuͤrsorge, die damit geleistet
wird, läͤßt eine Verbesserung der Haushaltung gleichzeitig eine Ver—
annehmlichung und somit Förderung und Hebung des Familienlebens
und in der Folge eine Verringerung des Wirtshausbesuches mit seinen
Ausschreitungen und eine Verbesserung der Kindererziehung erhoffen.
Es wird also, wie schon eingangs angedeutet, nicht nur auf
wirtschaftlichem, sondern auch auf sozialem Gebiet die Lage der Land⸗
bevölkerung eine Verbesserung und zwar gerade jene Verbesserung
erfahren können, die wohl als die elementarste, unentbehrlichste Grund—
lage und Vorbedingung aller sonstigen Fortschritte zu betrachten sein
dürfte: die Verbesserung der Lebenshaltung und des Familienlebens.
Allerdings wird man diesem hohen Ziel nur dann näher
kommen können, wenn man sich nicht mit rasch vergänglichen, ober—
flächlichen Augenblicks-Organisationen von bestechendem Aeußern
begnügt, sondern einerseits durch Beschränkung auf das richtige Maß,
            
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